Welche Veränderungen der Brust sollten Sie von einem Arzt abklären lassen ?

Ganz wichtig:

Dieses Kapitel soll Sie sensibilisieren, nicht verunsichern!

Die meisten von Ihnen wahrgenommenen Veränderungen werden sich als harmlos herausstellen. Im Einzelfall könnte hinter dem Symptom aber doch mal eine Neubildung stecken. Deshalb macht es Sinn, sich in regelmäßigen Abständen zu untersuchen:

  • Rötung der Brust

  • Schwellung und Überwärmung der Brust, in der Stillzeit auch mit Fieber

  • Neu aufgetretene vergrößerte Poren- wie eine Orange (peau d Órange)

  • Vergrößerung oder Verkleinerung einer Brust

  • Neu aufgetretene und einseitige Einziehung der Brustwarze

  • Einziehungen im Bereich der Brustdrüse selbst, vor allem beim Anheben der Arme

  • Strangartige Verdichtung des Drüsengewebes

  • Tastbefund/ Knötchen/ Tumor, über die Regelblutung hinaus tastbar

  • Tastbefund im Bereich der Achselhöhle oder auch an der seitlichen Brustwand

  • Veränderungen der Brusthaut mit nicht heilenden Wunden

  • Schmerzen in der Brust, abhängig vom Zyklus

  • Einseitige Schmerzen in der Brust, unabhängig von dem Zyklus

  • Sekretionen aus der Brustwarze (s.a. das Dokument zur Brustwarzensekretion)

  • Röntgen der Brust:

Stillzeit: meist mit Fieber. Milchstau oder Infektion

Außerhalb der Stillzeit:

Plötzlich auftretend, gleichzeitig Schmerzen: Infektion oder Abszess

Rötung ohne Fieber, ohne Schmerzen, anhaltend trotz Behandlung: Immer abklären lassen

  • Schwellung und Überwärmung der Brust:

Infektion – vor allem bei gleichzeitigen Schmerzen oder Fieber.

Länger als 3 Wochen ohne Schmerzen, ohne Fieber: abklären lassen!

  • Änderung der Hautstruktur mit großen Poren (Peau D´Orange): 

Ohne Fieber oder Schmerzen:

Abklären lassen

  • Einseitige Vergrößerung oder Verkleinerung der Brust:

Häufig ohne Krankheitswert: Die Brüste unterscheiden sich bei vielen Frauen.

Wenn neu aufgetreten und ohne klare Ursache:

Vorstellung beim Frauenarzt

  • Neu aufgetretene Einziehung der Brustwarze, besonders einseitig:

Eine Einziehung kann nach einer Entzündung auftreten oder auch durch Tumorerkrankungen.

Neu aufgetreten: Vorstellung Frauenarzt

  • Einziehung der Haut a der Brust:

Eine Einziehung der Brusthaut kann nach einer Entzündung auftreten, gelegentlich auch nach einem Trauma.

Neu aufgetreten und ohne nachvollziehbare Ursache: Tumorerkrankung ausschließen

Vorstellung beim Frauenarzt

  • Tastbefunde/Knötchen/Tumor - über die Regelblutung hinaus tastbar und nicht strangförmig:

Treten bei 1/3 aller Frauen im Laufe des Lebens mit harmloser Ursache auf.

Grundsätzlich sollte die Gutartigkeit durch einen Frauenarzt bestätigt werden, besonders bei familiärer Tumorbelastung!

  • Tastbefund im Bereich der Achselhöhle oder der Brustwand:

Lymphknoten als Filtersysteme des Körpers sind häufig geschwollen. Das hat keinen Krankheitswert.

Bestehen  Unterschiede in den Achseln über mehr als 3 Wochen und fehlt eine Entzündung oder Infektion:

Harmlosigkeit durch Frauenarzt bestätigen lassen!

  • Geschwüre an der Brust ohne Heilungstendenz:

Heilungsstörungen können durch verschiedene Bakterien provoziert werden.

Eine nicht heilende Wunde sollte aber immer ärztlich untersucht und behandelt werden

  • Einseitige schmerzen in der Brust unabhängig vom Zyklus:

Können durch Zysten oder durch ein sehr dichtes Brustgewebe (Mastopathie) verursacht werden und sind fast immer harmlos.

Plötzliche grundlose, einseitige Schmerzen sollten beim Frauenarzt abgeklärt werden

  • Sekretion aus der Brustwarze, einseitig blutig oder serös:

Sollten abgeklärt werden. Immer auch Bildgebung. Tumor oder Tumorvorstadium muss ausgeschlossen werden- obwohl in den meisten Fällen eine gutartige Veränderung zugrunde liegt.

  • Sekretion aus der Brustwarze aus beiden Seiten-Michlig o.a.:

Milchige Sekretionen aus beiden Brüsten haben meist eine gutartige Ursache hormoneller Art, grünlich oder gelbliche Sekretion kann auch mit dem Drüsengewebe zu tun haben.

Fast immer ungefährlich. S.a. „Sekretion aus der Brustwarze“

 

Grundsätzlich können mehrere Symptome gleichzeitig bestehen

Der Körper hat nur wenige Möglichkeiten, auf verschiedenste Probleme zu reagieren-  oft verrät uns erst der Verlauf von Beschwerden, welche Ursache dahinter stecken könnte: Eine Entzündung, eine Infektion, ein gutartiger Tumor oder auch eine bösartige Neubildung ?!  

Zum Beispiel entwickeln gut 33% aller Frauen im geschlechtsreifen Alter kleine gutartige Knötchen des Bindegewebes, Fibroadenome genannt. Die Adenome sind nicht gefährlich und werden auch nicht bösartig. Sie sind oft als gut verschieblicher und glatt begrenzter Herdbefund zu tasten, nicht selten finden sich mehrere Adenome bei einer Patientin.

Neu aufgetretene und länger als 3 Wochen anhaltende Veränderungen sollten Sie dennoch sicherheitshalber zu einem Frauenarzt führen, vor allem dann, wenn sie über die Regelblutung hinaus und trotz aller Maßnahmen fortbestehen.

Bei neu aufgetretenen, suspekten Herdbefunden der Brust ist das Vorgehen standardisiert:

-ausführliche Anamnese zur aktuellen Symptomatik, vorbestehenden Erkrankungen und Operationen, familiäres Auftreten von Krebserkrankungen

-sorgfältige körperliche Untersuchung inklusive  Blutentnahme und ggf. Schwangerschaftstest

-Mammasonographie und ggf. Mammographie

-bei Sekretion aus der Brustwarze: Evtl. Zytologie, Duktoskopie (s.a. „Mamillensekretion“)

-Histologische Sicherung suspekter Befunde mit Hilfe einer Stanzbiopsie, entweder sonographisch oder mammographisch assistiert.

Nachweis der Gutartigkeit:

Symptombasierte Therapie je nach Beschwerden.

 

Bösartigkeit:  

Aufarbeitung der Probe mit immunhistochemischen Methoden zur Klärung des Tumortyps, um die optimale Therapie für Sie festlegen zu können

-ggf. Organisation weiterer Untersuchungen, z.B. Echokardiographie, Computertomographie der Lunge und der Leber, Skelettszintigraphie

-Vorstellen aller Befundergebnisse in der interdisziplinären Tumorkonferenz, Festlegung einer Therapie nach aktuellen Leitlinienempfehlungen und unter Berücksichtigung von Tumorbiologie, aller Befunde der Bildgebung, vorliegenden genetischen Befunden und körperlichen- sowie psychischen Befinden der Patientin.

Alle Empfehlungen werden eingehend mit der Betroffenen besprochen und -bei vorliegenden Einverständnis- umgesetzt.

Siegel und Zertifikate des Carl-Thiem-Klinikums

Das CTK ist bestrebt, ständig die Qualität der medizinischen Behandlung, die Patientenfreundlichkeit und den Service zu verbessern. Unsere Zertifikate und Qualitätssiegel sind für uns die Anerkennung unserer bisherigen Bemühungen.