Urologische Tumoren

Epidemiologie
Das Harnblasenkarzinom ist die zweithäufigste urologische Krebserkrankung nach dem Prostatakarzinom. Jährlich erkranken ca. 30.000 Menschen in Deutschland neu an Harnblasenkrebs. Männer sind ca. doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren für Männer und bei 74 Jahren für Frauen.

Risikofaktoren
Neben der genetischen Veranlagung sind Zigarettenrauchen und ein Kontakt mit bestimmten chemischen Substanzen (aromatische Amine) als Risikofaktoren gesichert. In diesem Zusammenhang kann das Harnblasenkarzinom unter bestimmten Bedingungen als Berufskrankheit anerkannt werden. Außerdem liegt bei chronischen Entzündungen der ableitenden Harnwege sowie nach Strahlentherapie und Behandlung mit bestimmten Medikamenten ein erhöhtes Tumorrisiko vor. 

Diagnostik
Bei Verdacht auf einen Harnblasentumor ist eine Blasenspiegelung durch die Harnröhre zur weiteren Abklärung nötig. Zusätzlich kann gegebenenfalls eine Untersuchung des Urins auf das Vorliegen von Tumorzellen (Zytologie) Hinweise auf einen Harnblasentumor liefern. Bei fortgeschrittenen Tumoren erfolgt eine Ausbreitungsdiagnostik mittels Computertomographie (CT) des Brustkorbes, des Bauchraumes und des Beckens.

Therapie
Die Therapie besteht in einer Entfernung des Blasentumors durch die Harnröhre. Dieser Eingriff wird hier in den meisten Fällen durch ein Fluoreszenz-Verfahren unterstützt, um eine bessere Unterscheidung zwischen Tumor- und Normalgewebe zu ermöglichen.

In Abhängigkeit vom Tumorstadium muss dieser Eingriff eventuell nach 3 bis 6 Wochen wiederholt werden. In Abhängigkeit vom während der Operation festgestellten  Tumorbefund folgt gegebenenfalls das Einspülen von Medikamenten in die Harnblase. Dies sollte innerhalb von 24 Stunden nach der Operation erfolgen und kann auch in der Folge in regelmäßigen Abständen erforderlich werden. Diese so genannten Instillationen werden in der Regel ambulant vom niedergelassenen Urologen durchgeführt.

Bei fortgeschrittenen Tumoren muss unter Umständen die Harnblase entfernt werden. In diesem Fall gibt es verschiedene Möglichkeiten der Harnableitung. 

Insbesondere bei zusätzlich vorhandenen Tochtergeschwülsten kommen verschiedene Arten der Chemotherapie zum Einsatz. Hierbei werden die entsprechenden Infusionen meist unter stationären Bedingungen durchgeführt.

Nachsorge
Im Rahmen der Nachsorge werden bei oberflächlichen Tumoren regelmäßige Kontroll-Blasenspiegelungen durch den niedergelassenen Urologen durchgeführt. Dies ist zunächst alle drei Monate erforderlich.

Nach Entfernung der Harnblase wegen fortgeschrittener Tumoren müssen regelmäßige Blutabnahmen, Ultraschalluntersuchungen und weiterführende Bildgebungen (zum Beispiel durch eine Computertomographie) im Rahmen der Nachsorge erfolgen.

Epidemiologie
Das Nierenzellkarzinom ist die dritthäufigste urologische Krebserkrankung nach dem Prostata- und dem Harnblasenkarzinom. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 14.500 Menschen neu an Nierenkrebs. Männer sind fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Das mittlere Erkrankung Alter liegt bei 68 Jahren für Männer und bei 71 Jahren für Frauen.

Risikofaktoren
Eine familiäre Häufung von Nierenzellkarzinomen kann im Rahmen von verschiedenen genetischen Veränderungen auftreten. Als Risikofaktoren für das sporadische Nierenzellkarzinom werden neben dem Tabakrauchen und Alkoholkonsum auch Übergewicht, Behandlung mit bestimmten Medikamenten (insbesondere bei regelmäßiger Einnahme), hoher Blutdruck, wiederkehrende Entzündungen der ableitenden Harnwege sowie chronische Nierenfehlfunktion mit Notwendigkeit der Blutwäsche (Dialyse) diskutiert.

Diagnostik
Bei Verdacht auf einen Nierentumor wird im Allgemeinen eine Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) durchgeführt. Im Anschluss wird die Diagnose mit einer Computertomographie (CT) oder einer Magnetresonanztomographie (MRT) bestätigt. In Abhängigkeit von der Ausdehnung des Tumors erfolgt eine Ausbreitungsdiagnostik mittels Computertomographie oder Röntgenaufnahme des Brustkorbes. Bei fortgeschrittenen Tumoren oder entsprechenden Beschwerden kommen gegebenenfalls weitere bildgebende Verfahren zum Einsatz. Bestehen Zweifel bezüglich der Diagnose, kann gegebenenfalls eine Ultraschall- oder Computertomographie-gestützte Probeentnahme aus dem Tumor erfolgen.

Therapie
Die Therapie besteht in einer Entfernung des Nierentumors unter Erhalt der Niere oder bei fortgeschrittenen bzw. zentral gelegenen Tumoren in der Entfernung der gesamten tumor-tragenden Niere. Dieser Eingriff wird als offen-chirurgische Operation über einen Schnitt im Bereich der Flanke bzw. der Bauchdecke oder gegebenenfalls auch als eine Schlüsselloch-Operation (minimal-invasive Chirurgie, laparoskopische Operation) durchgeführt.

Insbesondere bei zusätzlich vorhandenen Tochtergeschwülsten oder weit fortgeschrittenen Tumoren kommen verschiedene Arten der sogenannten zielgerichteten medikamentösen Therapie („Targeted Therapy“) zum Einsatz. Hierbei kann die Therapie entweder in einer Tabletteneinnahme zu Hause unter der Aufsicht des niedergelassenen Arztes oder in regelmäßigen Infusionen meist unter stationären Bedingungen bestehen.

Nachsorge
Im Rahmen der Nachsorge kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgenaufnahmen der Lunge und die Computertomographie zum Einsatz. Die Art des Verfahrens und die Häufigkeit der Untersuchungen richten sich dabei vor allem nach der Tumorgröße und -ausdehnung sowie der Aggressivität des Tumors.

Epidemiologie
Bösartige Hodentumoren sind die vierthäufigste urologische Krebserkrankung nach dem Prostata-, dem Harnblasen- und dem Nierenkrebs. Jährlich erkranken ca. 4.100 Männer in Deutschland neu an bösartigen Hodentumoren. Der Altersgipfel der Erkrankung liegt bei 25 bis 45 Jahren.

Risikofaktoren
Ein (früherer) Hodenhochstand, ein Hodentumor auf der Gegenseite und eine familiäre Veranlagung sind gesicherte Risikofaktoren.

Diagnostik
Neben der Tastuntersuchung der Hoden ist bei Verdacht auf einen Hodentumor eine Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) erforderlich. Im Rahmen der Ausbreitungsdiagnostik wird eine Computertomographie (CT) des Brustkorbes, des Bauchraumes und des Beckens durchgeführt. Zusätzlich werden verschiedene Hoden-Tumormarker im Rahmen einer Blutabnahme bestimmt.

Therapie
Die Therapie besteht in einer Entfernung des Hodens und Nebenhodens sowie des Samenstranges über einen Schnitt im Bereich der Leiste. Darüber hinaus kann eine Probeentnahme aus dem Hoden der Gegenseite durchgeführt werden, um möglicherweise bereits vorliegende Vorstufen eines Hodentumors erkennen zu können.

In Abhängigkeit von der Art und Ausdehnung des Tumors sowie vom Vorhandensein weiterer Risikofaktoren, kommen im Anschluss eventuell weitere Therapien, wie verschiedene Arten der Chemotherapie, eine Bestrahlung oder eine operative Entfernung der Lymphknoten aus dem Bereich hinter dem Bauchraum (dem so genannten Retroperitoneum), infrage. Die Entscheidung, ob und gegebenenfalls welches zusätzliche Therapieverfahren zum Einsatz kommen soll, wird gemeinsam mit dem Patienten in einem persönlichen Gespräch getroffen.

Nachsorge
Im Rahmen der Nachsorge werden bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgenaufnahmen der Lunge und die Computertomographie sowie wiederholte Blutentnahmen mit Bestimmung der Hoden-Tumormarker durchgeführt. Der Umfang und die Häufigkeit der Untersuchungen richten sich dabei vor allem nach dem Tumorstadium.

Epidemiologie
Bei Penistumoren handelt es sich um eine seltene Erkrankung. In Deutschland kommt es ca. zu einer Neuerkrankung pro 100.000 Einwohner. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.

Risikofaktoren
Chronische Entzündungen, insbesondere im Zusammenhang mit mangelnder Genitalhygiene, eine Vorhautverengung (Phimose), Tabakrauchen und Alkoholkonsum sowie bestimmte Virusinfektionen (humane Papillomaviren, HPV) sind Risikofaktoren für die Entstehung eines Penistumors. Darüber hinaus gibt es mehrere Vorstufen von Penistumoren, die zu einem Peniskrebs führen.

Diagnostik
Zunächst erfolgt eine Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane einschließlich der Leistenregion beidseits durch den Urologen. Meist wird die Diagnose durch eine Probeentnahme gesichert. Im Rahmen der Ausbreitungsdiagnostik wird eine Computertomographie (CT) des Brustkorbes, des Bauchraumes und des Beckens durchgeführt. 

Therapie
Die Therapie besteht in einer Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand durch eine Operation. Diese erfolgt in Abhängigkeit von der Ausdehnung des Tumors meist als Penis-erhaltender Eingriff, ggf. auch als Lasertherapie. Bei fortgeschrittenen Tumoren schließt sich die Entfernung der Lymphknoten im Bereich der Leisten und eventuell auch des Beckens an.

Insbesondere bei zusätzlich vorhandenen Tochtergeschwülsten kommt eine Kombinations-Chemotherapie zum Einsatz. Hierbei werden die entsprechenden Infusionen unter stationären Bedingungen durchgeführt.

Nachsorge
Im Rahmen der Nachsorge werden regelmäßige Untersuchungen durch den niedergelassenen Urologen durchgeführt.

Siegel und Zertifikate des Carl-Thiem-Klinikums

Das CTK ist bestrebt, ständig die Qualität der medizinischen Behandlung, die Patientenfreundlichkeit und den Service zu verbessern. Unsere Zertifikate und Qualitätssiegel sind für uns die Anerkennung unserer bisherigen Bemühungen.