Diagnostik und Behandlung im Prostatakrebszentrum

Epidemiologie

Das Prostatakarzinom ist mit über 25 Prozent aller diagnostizierten Krebserkrankungen die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 58.000 Männer neu an diesem Tumor. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei ca. 69 Jahren.

Risikofaktoren

Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor für das Auftreten eines Prostatakarzinoms. Männer, deren Brüder und/oder Väter an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken.

Prävention und Ernährung

Streben Sie ein gesundes Gewicht an. Seien Sie körperlich aktiv. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit Schwerpunkt auf pflanzliche Produkte. Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum.

Früherkennung und Biopsie

Der PSA-Wert (wird über eine Blutabnahme bestimmt) wird bei Männern mit Wunsch nach Früherkennung erstellt. Zusätzlich erfolgt die digitale Palpation der Prostata über den Anus. Der günstigste Zeitpunkt für den Beginn einer Vorsorgeuntersuchung ist aktuell das 40. Lebensjahr. Bei erhöhtem PSA-Wert und/oder suspektem Prostatatastbefund erfolgt zur weiteren Diagnostik eine Prostatastanzbiopsie. Diese erfolgt unter örtlicher Betäubung mit Hilfe eines Sonographie-Gerätes über den Anus.

Bei Nachweis eines Prostatakarzinoms gibt es je nach Stadium bzw. Ausbreitung der Erkrankung verschiedene Therapiemöglichkeiten.

Active Surveillance (aktive Kontrolle)
Diese Behandlungsmethode ist bei sehr frühen Tumorstadien möglich. Der Patient sollte eine allgemeine Lebenserwartung von über 10 Jahren haben. Durch engmaschige ärztliche Kontrollen wird der Tumor beobachtet. Bei entsprechendem Anstieg des PSA-Wertes und/oder einer Verschlechterung des histologischen Befundes der Kontrollstanzbiopsie wird diese Behandlungsmethode verlassen.

Hintergrund dieser Behandlungsmethode ist die Tatsache, dass nicht alle Männer, die im Laufe ihres Lebens ein Prostatakarzinom entwickeln, mit einer tumorbedingten Einschränkung ihrer Lebenserwartung oder Lebensqualität rechnen müssen.

Watchful waiting (aufmerksames Zuwarten)
Diese Behandlungsmethode ist bei Männern möglich, die eine allgemeine Lebenserwartung von unter zehn Jahren haben.  Bei diesen Patienten erfolgt erst eine palliative Therapie, wenn Symptome des Prostatakarzinoms auftreten. Hintergrund dieser Behandlungsmethode ist die Tatsache, dass in einer großen Studie Patienten ohne Behandlung nicht häufiger als Patienten mit Behandlung verstorben sind.

Radikale Prostatektomie
Diese Behandlungsmethode wird beim klinisch lokal begrenzten und lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom angewendet. Sie ist indiziert bei Patienten, die eine allgemeine Lebenserwartung von über 10 Jahren haben. Beim lokal begrenzten Prostatakarzinom führt die vollständige Entfernung der Prostata mit tumorfreien Resektionsrändern zur Heilung, sofern zum Zeitpunkt der Operation keine Metastasen vorhanden sind. Neben der Heilung sind der Erhalt der Harnkontinenz und der erektilen Funktion Ziele der Operation. Hierzu gilt es, die entsprechenden Nerven, falls es die Tumorsituation zulässt, zu schonen. Die Rate der kurz- und langfristigen Komplikationen ist geringer, wenn die Operation im Zentrum mit einem hohen Aufkommen radikaler Prostatektomien bzw. durch entsprechend erfahrene Operateure durchgeführt wird.

Strahlentherapie
Die perkutane Strahlentherapie wird beim klinisch lokal begrenzten und lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom angewendet. Auch sie ist indiziert bei Patienten, die eine allgemeine Lebenserwartung von über zehn Jahren haben. Sie erfolgt auf der Basis einer dreidimensionalen Bestrahlungsplanung. Durch diese Art der Bestrahlung konnte eine deutliche Verringerung der Nebenwirkungen erzielt werden. Es werden insgesamt 70 bis 72 Gy über sieben Wochen bei einer täglichen Dosis von zwei Gy an fünf Tagen in der Woche appliziert. Bei Patienten mit einem mittleren und hohen Risikoprofil des Tumors hat sich in großen Studien eine zusätzliche Hormontherapie über zwei bis drei Jahre als vorteilhaft erwiesen. Dies gilt auch für das lokal fortgeschrittene Prostatakarzinom.

Low-Dose-Rate-Brachytherapie
Diese Behandlungsmethode ist bei Patienten mit Prostatakarzinomen des niedrigen Risikoprofils als ein alternatives therapeutisches Verfahren sowohl zur radikalen Prostatektomie als auch zur perkutanen Strahlentherapie anzusehen. Hierzu erfolgt die Implantation von sogenannten Seeds (radioaktive Träger) in die Prostata in Narkose. Eine Kombination mit der perkutanen Strahlentherapie bei Tumoren des mittleren Risikoprofils ist möglich.

Andere interventionelle Verfahren
Die Kryotherapie, die H/FU-Therapie  und die alleinige Hyperthermie sind aktuell keine adäquaten Behandlungen bei der Primärtherapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms.

Es liegen aktuell keine Studiendaten vor, die den Einsatz dieser Verfahren bei der Ersttherapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms rechtfertigen.

Hormontherapie
Eine Hormontherapie kommt bei Patienten mit einem metastasierten Prostatakarzinom zur Anwendung. Hierbei handelt es sich nicht mehr um eine Heilung, sondern um eine palliative Therapie. Die Hormontherapie kann sowohl medikamentös als auch operativ erfolgen.

Chemotherapie
Bei nicht mehr wirksamer Hormontherapie mit Fortschreiten der Tumorerkrankung wird eine Chemotherapie angewendet. Eine Chemotherapie führt nicht mehr zu einer Heilung. Auch hier handelt es sich um eine palliative Therapie. Diese kann Symptome lindern und die Überlebenszeit verlängern.

Siegel und Zertifikate des Carl-Thiem-Klinikums

Das CTK ist bestrebt, ständig die Qualität der medizinischen Behandlung, die Patientenfreundlichkeit und den Service zu verbessern. Unsere Zertifikate und Qualitätssiegel sind für uns die Anerkennung unserer bisherigen Bemühungen.