Weiterbildung zum Facharzt

Das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus ist eine gemeinnützige GmbH in kommunaler Trägerschaft mit mehr als 1.200 Betten und über 2.500 Mitarbeiter/innen. Im CTK, als Haus der Maximalversorgung mit 21 Kliniken und vier Instituten, werden über 100.000 stationäre und ambulante Patienten/innen pro Jahr versorgt.

Erste nuklearmedizinische diagnostische Verfahren wurden im CTK 1975 eingeführt. Rasch entwickelte sich eine Nuklearmedizinische Abteilung, die bis 1997 Bestandteil der Radiologie war. Mit der Eröffnung der Nuklearmedizinischen Therapiestation wurde die Nuklearmedizin im CTK zu einer selbstständigen Klinik mit eigener Chefarztposition. Durch technische Neuinvestitionen und zahlreiche Hospitationen in universitären Einrichtungen bietet die Nuklearmedizinische Klinik des CTK das komplexe Untersuchungsprogramm der konventionellen Nuklearmedizin an. In der Nuklearmedizinischen Therapiestation werden jährlich über 400 Patienten betreut, insbesondere bei der Durchführung der Radiojodtherapie benigner und maligner Schilddrüsenerkrankungen, aber auch Radiosynoviorthesen und Schmerztherapien. Neben der Diagnostik und Therapie stationärer Patienten ist durch die seit Januar 2015 bestehende KV-Zulassung (eine halbe KV-Stelle Nuklearmedizin) die Betreuung ambulanter Patienten aus Cottbus und der Umgebung möglich.

 

 

2.1. Arbeitsbereiche der Klinik

Die Klinik für Nuklearmedizin des CTK gliedert sich in vier Arbeitsbereiche, die eng miteinander verbunden sind. Im Arbeitsbereich Nuklearmedizinische Diagnostik werden alle szintigrafischen Untersuchungen der konventionellen Nuklearmedizin angeboten. Technisch stehen dazu drei SPECT-fähige Gammakameras zur Verfügung: eine Einkopfkamera, eine Zweikopfkamera sowie eine hochmoderne SPECT-CT-Kamera. Insbesondere durch den Erwerb der SPECT-CT-Kamera Infinia konnte eine deutliche Steigerung der Qualität nuklearmedizinischer Untersuchungsverfahren erreicht werden, insbesondere auf dem Gebiet der Absorptionskorrektur, bei der Durchführung von Myokardszintigrafien als auch bei der Durchführung der Skelettszintigrafien, die jetzt mit einer wesentlich höheren Spezifität durchgeführt werden können.

In 2014 erfolgten in der Nuklearmedizinischen Diagnostik mehr als 3.700 Untersuchungen, wobei die Schilddrüsenszintigrafie mit 980 die größte Position darstellt, gefolgt von der Myokardperfusionsszintigrafie (855), Skelettszintigrafie (320), Lungenszintigrafie (195), Hirnszintigrafien (140), Lymphabstromszintigrafien (75) und weitere sehr spezifische Tumorszintigrafien. Wobei genaue Angaben im detaillierten Leistungsumfang in der Anlage ersichtlich sind.

Die Nuklearmedizinische Therapiestation unserer Klinik wurde im Oktober 1997 eröffnet. Sie umfasst zehn Therapiebetten, aufgeteilt in drei Doppelzimmer und vier Einzelzimmer. Die Betreuung der Station erfolgt über einen Stationsarzt in enger Kooperation mit dem Medizinphysikexperten. Die pflegerische Betreuung erfolgt durch sieben Krankenschwestern in Vollzeit. Jährlich werden ca. 400 Therapien durchgeführt, wobei die Radiojodtherapie den größten Anteil darstellt und von diesen ca. 50 bei malignen Schilddrüsenerkrankungen durchgeführt werden. Bei multimorbiden Patienten erfolgt die Radiosynoviorthese als auch die Samariumschmerztherapie ebenfalls im Rahmen eines stationären Aufenthaltes.

Im Arbeitsbereich Heißes Labor arbeiten vorwiegend unsere zwei MTL-Fachkräfte. Im Heißen Labor werden die notwendigen Radiopharmaka täglich hergestellt sowie die Qualitätsprüfung durchgeführt.  

2.2. Ärztlicher und nichtärztlicher Stellenplan

Der ärztliche Stellenplan der Nuklearmedizinischen Klinik setzt sich aus dem Chefarzt, einem Oberarzt, einem Stationsarzt (in der Regel FA für Nuklearmedizin) sowie einem  Assistenzarzt in Weiterbildung zusammen. Auf dem naturwissenschaftlichen Gebiet wird das Ärzteteam durch den Medizinphysikexperten, einen Physiker, verstärkt.

In der Nuklearmedizinischen Diagnostik arbeiten weiterhin vier MTR sowie zwei MTL.

Die pflegerische Betreuung auf der Nuklearmedizinischen Therapiestation wird durch sieben Krankenschwestern gewährleistet.

2.3. Arbeitsplätze im täglichen Routinebereich

Im Rahmen der Facharztausbildung rotieren die Assistenzärzte durch vier Arbeitsbereiche. Jeder Arbeitsbereich untersteht dem Chefarzt oder Oberarzt bzw. einem Facharzt für Nuklearmedizin als direkter Ansprechpartner des Assistenzarztes. Dabei soll es sich jedoch nicht um eine starre Einteilung handeln. Vielmehr soll nach Ablauf der täglichen Arbeiten in einem Arbeitsbereich die Mithilfe im anderen Arbeitsbereich vorausgesetzt werden. 

Arbeitsbereich Nuklearkardiologie: Die Nuklearkardiologie konnte sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickeln. Dabei besteht eine enge Zusammenarbeit mit der kardiologischen Abteilung des Hauses als auch mit dem Herzzentrum und vielen niedergelassener Kardiologen in Cottbus und Umgebung. Die Belastungsuntersuchungen im Rahmen der Myokardszintigrafie erfolgen in der Regel als Fahrradergometrie, wobei dieser Arbeitsplatz im vergangenen Jahr durch ein hochmodernes Ergometriegerät aufgewertet werden konnte. Die pharmakologischen Belastungen erfolgen in der Regel durch Adenosin und bei Kontraindikation für Adenosin durch Dobutamin.

Im Rahmen der Facharztausbildung muss der Kandidat sich mit der Stufendiagnostik der koronaren Herzerkrankung vertraut machen. Ihm wird die Möglichkeit gegeben, an echokardiografischen und koronarangiografischen Untersuchungen im Hause teilzunehmen. Voraussetzung für die Durchführung von Belastungsuntersuchungen ist das grundlegende Verständnis der Elektrokardiografie. Dieses muss vom Facharztkandidaten erworben werden. Vor Beginn der Tätigkeit im nuklearmedizinischen Arbeitsbereich ist der Besuch eines Reanimationslehrganges Pflicht. 

Übrige konventionelle Nuklearmedizin: Zeitgleich im Routinebetrieb erfolgen in diesem Arbeitsbereich die übrigen nuklearmedizinischen Untersuchungen, die sich in der Regel aus vier bis fünf Ganzkörperskelettszintigrafien, ein bis zwei Lungenszintigrafien, Nierenszintigrafien oder Hirnszintigrafien zusammensetzen. Auch in diesem Bereich hat der Ausbildungsassistent nach erfolgter Einarbeitungszeit jederzeit die Möglichkeit zur Rücksprache mit einem Facharzt. Insbesondere in diesem Arbeitsbereich wird der Facharztkandidat die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit erkennen, sowohl zu den übrigen diagnostischen Untersuchungsverfahren (Sonografie, Röntgen, CT, MRT) als auch zu den einzelnen klinischen Fachrichtungen. Weiterhin sollte der Facharztkandidat die Möglichkeit haben, sich mit den zahlreichen klinischen Krankheitsbildern auseinanderzusetzen, den Stellenwert der nuklearmedizinischen Diagnostik dabei zu erkennen und Kontakte zu den entsprechenden Kliniken aufzunehmen.

Im Rahmen der Sentinel-Diagnostik (Wächterlymphknoten) soll der Facharztkandidat neben der präoperativen Diagnostik auch an der intraoperativen Sondierung teilnehmen (Melanomchirurgie, Mammachirurgie).

Arbeitsplatz Schilddrüsensprechstunde: Am Montag, Mittwoch, Donnerstag und jeden zweiten Freitag erfolgt von 8:00 bis 12:00 Uhr eine Schilddrüsensprechstunde. Es werden Schilddrüsenkonsultationen bei stationären Patienten des CTK durchgeführt sowie Untersuchungen bei ambulanten Patienten auf der Basis der KV-Zulassung des Chefarztes. Dabei werden weit über 1.000 Patienten untersucht. Das Patientenkollektiv setzt sich aus neuen Patienten zusammen, die von niedergelassenen ärztlichen Kollegen zur Schilddrüsendiagnostik zugewiesen werden. Weiterhin erfolgt im Rahmen dieser Sprechstunde auch die Durchführung des Radiojodtestes, wobei ca. 350 Tests pro Jahr erfolgen. Über die Hälfte der Patienten der Schilddrüsenambulanz akquiriert sich aus der Nachsorge der in der Klinik durchgeführten Radiojodtherapien, die jeweils drei und zwölf Monate nach Therapie durchgeführt werden. Ein weiterer Anteil der Schilddrüsensprechstunde umfasst die ambulante Tumornachsorge der differenzierten Schilddrüsenkarzinome. Diese erfolgt in den ersten fünf Jahren halbjährlich, danach ein- bis zweijährlich.

Der Auszubildende erlernt in diesem Arbeitsbereich die diagnostische Kette von Schilddrüsenerkrankungen, beginnend mit einer fundierten klinischen Untersuchung, der Sonografie, der Auswertung der Schilddrüsenszintigramme sowie bei gegebener Indikation die Durchführung von Feinnadelpunktionen. Neben den verschiedenen Krankheitsbildern lernt der Auszubildende dabei die therapeutischen Möglichkeiten bei Schilddrüsenerkrankungen und die nuklearmedizinischen Möglichkeiten in Bezug auf eine Radiojodtherapie. Nicht nur aus rein rechtlichen Gründen erfolgt die Ausbildung an diesem Arbeitsplatz immer unter ständiger Kontrolle des Chefarztes oder des Vertreters. Am Ende der Ausbildungszeit an diesem Arbeitsplatz sollte der Facharztkandidat Sicherheit in der szintigrafischen und sonografischen Diagnostik aufweisen können, sowohl in der praktischen Ausführung als auch in der Befunddokumentation. Weiterhin sollte er Sicherheit in der Indikationsstellung der verschiedenen interdisziplinären Therapieoptionen bei Schilddrüsenerkrankungen besitzen (konservative Therapie, Indikation zum operativen Vorgehen, operatives Vorgehen).

Arbeitsplatz nuklearmedizinische Therapiestation: Die nuklearmedizinische Therapiestation besitzt zehn Therapiebetten. Sie steht unter der ärztlichen Verantwortung eines Stationsarztes, der in der Regel ein Nuklearmediziner ist, bzw. eines fortgeschrittenen Facharztkandidaten, wobei dann die Verantwortlichkeit beim Oberarzt bzw. Chefarzt liegt. Während dieser Zeit soll sich der Facharztkandidat mit der Diagnostik und Therapie stationärer Patienten vertraut machen, an den täglichen Visiten teilnehmen, gemeinsam mit dem verantwortlichen Ausbilder und dem Medizinphysikexperten die tägliche Dosimetrie der Patienten überwachen und ggf. Indikationen zur Nachdosierung gemeinsam erstellen.

Während der Ausbildungszeit auf der Therapiestation wird der Ausbildungskandidat auch mehrfach Patienten mit einem neu diagnostizierten Schilddrüsenkarzinom kennenlernen. Er wird dabei neben dem komplexen Krankheitsbild einer Hyperthyreose auch das einer tiefen Unterfunktion der Schilddrüse kennenlernen, insbesondere neben den somatischen auch die psychischen Veränderungen. Er wird mitverantwortlich sein für die Einleitung entsprechender sozialmedizinischer Maßnahmen, wird sie dadurch kennenlernen und bei einer notwendigen Antragstellung mitwirken. Da auf der Therapiestation in einem extra Therapiezimmer die Radiosynoviorthesen erfolgen, wird auch er hier daran teilnehmen und Erfahrungen sammeln in der Punktion der unterschiedlichen Gelenke bei der nuklearmedizinischen Gelenktherapie.  

Auch die Betreuung schwerstkranker Patienten im Rahmen der nuklearmedizinischen Schmerztherapie wird Bestandteil in dieser Ausbildungszeit sein. Der Facharztkandidat wird sich dabei mit der medizinisch analgetischen Therapie (Stufenplan) auseinandersetzen und dabei die Möglichkeiten, aber auch die Nebenwirkungen kennenlernen.

2.4. Rufbereitschaft

Zur Gewährleistung einer 24-stündigen Überwachung der Therapiepatienten auf der nuklearmedizinischen Station steht eine ärztliche Rufbereitschaft außerhalb der regulären Arbeitszeit sowie an den Wochenenden und Feiertagen. Neben dieser ärztlichen Rufbereitschaft besteht weiterhin eine technische Rufbereitschaft durch die Medizinphysikexperten bzw. Strahlenschutzbeauftragten der Klinik zur Gewährleistung des Strahlenschutzes und der technischen Voraussetzungen (z. B. Abklinganlage).

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr kann der Facharztkandidat bei entsprechender Eignung an dieser Rufbereitschaft teilnehmen, ausgenommen ist dabei eine nuklearmedizinische Notfalldiagnostik, die sich im CTK im Wesentlichen  auf die Hirntoddiagnostik beschränkt.

3.1. Arbeitsplatzrotation

Im Rahmen der fünfjährigen Facharztausbildung wird der Assistenzarzt die unter 2.3. beschriebenen Arbeitsplätze absolvieren. Dabei ist folgender Ablauf vorgesehen:

  1. Ausbildungsjahr:  Diagnostik II, inklusive „Heißes Labor“ für mindestens 14 Tage.
  2. Ausbildungsjahr: Nuklearmedizinische Therapiestation.
  3. Ausbildungsjahr: Diagnostik I (Nuklearkardiologie), ein Monat Hospitation (PET)
  4. Ausbildungsjahr: neun Monate Schilddrüsenambulanz, drei Monate Diagnostik I und II.
  5. Ausbildungsjahr: neun Monate Diagnostik I und II, drei Monate Schilddrüsenambulanz.

Durch die Rotation kann gewährleistet werden, dass die in der Weiterbildungsordnung vorgegebenen Untersuchungsanzahlen erreicht werden.

Entsprechend der Weiterbildungsordnung bestehen folgende Optionen: Die Stationszeit kann auf sechs Monate verkürzt werden, wenn vorherige Ausbildungszeiten des Facharztkandidaten in einem geeigneten klinischen Fach bestehen, vorausgesetzt die in der Weiterbildungsordnung angegebenen Richtzahlen werden auch in dem verkürzten Zeitraum erreicht. Die Ausbildungszeit kann sich auf 48 Monate verkürzen, wenn der Facharztkandidat bereits in einer radiologischen Klinik unter entsprechenden Facharztausbildungskriterien gearbeitet hat.

Unter der Voraussetzung des Erreichens der vorgegebenen Richtzahlen der nuklearmedizinischen Untersuchungen soll der Ausbildungskandidat die Möglichkeit zur Hospitation in der Radiologischen Klinik unseres Hauses sowie die Möglichkeit zur Hospitation beim Kooperationspartner für PET-CT-Untersuchungen haben. Die arbeitstägliche Einteilung unter Berücksichtigung von Urlaub und Gesundheit erfolgt in einem wöchentlich detaillierten Arbeitsplan, der vom zuständigen Oberarzt bzw. Chefarzt selbst erstellt wird.

3.2. Interne Arbeitsbesprechungen

Arbeitstäglich erfolgt um 14:00 Uhr eine Befundbesprechung. An dieser nehmen alle Ärzte der Klinik teil. Sie ist fundamentaler Bestandteil der Facharztausbildung, dabei soll der Facharztkandidat die Untersuchungsergebnisse des jeweiligen Patienten vorstellen und über Anamnese und übrige Untersuchungsbefunde berichten. Nach dieser Befundbesprechung soll der Ausbildungskandidat in der Lage sein, den schriftlichen Befund über die jeweilige Untersuchung zu erstellen und dem Chefarzt entsprechend vorzulegen. Sollten Korrekturen notwendig werden, so erfolgt das zwischen Chefarzt und Ausbildungsassistent individuell.

Der jeweilige Ausbildungsassistent wird angehalten, in Absprache mit dem Oberarzt bzw. Chefarzt interessante Befundkonstellationen für das Klinikum zu archivieren.

3.3. Wöchentliche interne und interdisziplinäre Besprechungen

Jeweils dienstags um 13:00 Uhr findet in der Klinik die sogenannte Radiojodrunde statt. Dabei sind alle ärztlichen Mitarbeiter und der Medizinphysikexperte anwesend. In dieser Runde werden nochmals alle Untersuchungsbefunde der Radiojodtherapiepatienten vorgestellt, besprochen und entsprechend dem Radiojodtest die notwendige Therapieaktivität festgelegt.

Der Chefarzt oder sein Vertreter nehmen jeweils am Freitag um 7:45 Uhr am interdisziplinären Lungenqualitätszirkel teil. Dieser setzt sich aus Radiologen, Pulmologen, Thoraxchirurgen, Pathologen und dem Nuklearmediziner zusammen. In diesem interdisziplinären Lungenzirkel werden überwiegend Patienten mit einem Lungenkarzinom vorgestellt, wobei bei jedem Patienten über die individuelle Therapiemöglichkeit entschieden wird. Der Nuklearmediziner ist hier zur Frage der Staging-Untersuchungen (Skelettszintigrafie, Lungenszintigrafie) anwesend, sowie insbesonders zur Indikationsstellung einer notwendigen PET-CT-Untersuchung. Prinzipiell werden alle PET-CT-Untersuchungen, die im CTK notwendig sind, durch den Chefarzt bzw. seinen Vertreter hinsichtlich der Indikation geprüft. Sämtliche eingegangenen Befunde werden durch den Nuklearmediziner in den interdisziplinären Besprechungen vorgestellt. Nach Bestätigung der Indikation für eine PET-CT-Untersuchung erfolgt durch den Chefarzt bzw. seinen Vertreter die notwendige Beantragung beim kassenärztlichen Dienst der Krankenkassen zur Gewährleistung der Abrechnung der notwendigen PET-CT-Untersuchung. Soweit möglich sollte der Facharztkandidat am jeweiligen Lungenzirkel teilnehmen, um sich mit den PET-CT-Befunden vertraut zu machen, die jeweils möglicherweise auch schon vor der Demonstration mit dem Chefarzt diskutiert werden können.

Weiterhin erfolgen im CTK Cottbus mittwochs und donnerstags um 7:45 Uhr ein interdisziplinäres, chirurgisches Tumorboard und ein Board des Darm-und Pankreaszentrums. Dabei werden Malignome der verschiedenen Entitäten vorgestellt, insbesondere mit der Frage zum weiteren Prozedere. Neben den üblichen Staging-Untersuchungen (z.B. Skelettszintigrafie) ist auch hier der anwesende Nuklearmediziner dafür verantwortlich, die Indikation für eine PET-CT-Untersuchung mitzubestimmen bzw. eingegangene Befunde vom Kooperationspartner zu demonstrieren. Der jeweilige Facharztkandidat sollte an diesen Veranstaltungen teilnehmen und in Vorbereitung auf die Demonstration mit dem Chefarzt bzw. Oberarzt die einzelnen Befunde besprechen.

Mittwochs  um 13.30 Uhr erfolgt jeweils ein Mamma/gynäkologisches Tumorboard. 

Weitere interdisziplinäre Veranstaltungen mit entsprechenden Befunddokumentationen werden monatlich im Rahmen des Onkologischen Zentrums oder auch Prostatazentrums durchgeführt. Auch hier erfolgt eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den entsprechenden involvierten Fachrichtungen. Auch hier ist die Teilnahme des Facharztkandidaten vorgesehen.

3.4. Einarbeitung des Auszubildenden

Direkt nach Dienstantritt, vor Aufnahme jeglicher Tätigkeit im Überwachungs- bzw. Kontrollbereich der Klinik, erfolgt für den neuen Mitarbeiter eine Unterweisung im Strahlenschutz durch den jeweils zuständigen Strahlenschutzbeauftragten, in der Regel durch den Medizinphysikexperten. Die Arbeitsplatzeinarbeitung an den jeweiligen Arbeitsplätzen erfolgt nach folgendem Grundprinzip: In den ersten zwei Wochen wird der Mitarbeiter einem Facharzt zugeteilt, einschließlich Chefarzt oder Oberarzt, der den Arbeitsplatz betreut. Dabei kann der Ausbildungskandidat die Arbeitsabläufe an dem jeweiligen Arbeitsplatz kennenlernen. Es folgen zwei weitere Wochen, in denen der Mitarbeiter am Arbeitsplatz selbstständig tätig ist, er aber unmittelbar durch einen  Facharzt kontrolliert wird. Im weiteren Verlauf soll der Auszubildende die Untersuchungen selbstständig durchführen, wobei gewährleistet werden muss, dass der Facharztausbildungskandidat jederzeit auf einen Facharzt zurückgreifen kann.

3.5. Rückkopplung Ausbilder - Auszubildender

Prinzipiell sollte der Facharztkandidat täglich die Möglichkeit haben, bei bestehenden Problemen den Chefarzt bzw. bei dessen Abwesenheit den Oberarzt zu kontaktieren. Zur Optimierung der Facharztausbildung und zur Gewährleistung einer entsprechenden Zufriedenheit sollten jedoch halbjährlich festgesetzte Gesprächstermine zwischen dem Auszubildenden und dem Chefarzt der Klinik bestehen. Hierbei soll über die erfolgte Ausbildung reflektiert, mögliche Probleme analysiert und entsprechende Lösungen gefunden werden. Auf individuelle Wünsche des Ausbildungskandidaten sollte hier besonders eingegangen werden.

3.6. Weitere Inhaltsformen der Weiterbildung

Während der Ausbildungszeit sollte der Facharztkandidat die Möglichkeit haben, sich entsprechend dem jeweiligen Arbeitsgebiet durch entsprechende Medien weiterzubilden. Neben Gewährleistung eines Internetanschlusses steht ihm dabei die klinikinterne Bibliothek jederzeit zur Verfügung. Der Ausbildungskandidat soll aktiv in die Weiterbildungsroutine der Klinik (monatlich eine Klinikweiterbildung aller Mitarbeiter) integriert werden. Der Facharztkandidat sollte sich weiterhin mit den bestehenden Arbeitsanleitungen, Strahlenschutzanweisungen sowie anderen üblichen Dokumenten der Klinik vertraut machen und gerade durch die Auseinandersetzung mit diesen möglicherweise aktiv an der Aktualisierung beteiligt sein.

Während der Facharztausbildung sollte dem Ausbildungskandidaten veranschaulicht werden, dass eine interdisziplinäre Zusammenarbeit unabdingbar für einen Nuklearmediziner ist. Das CTK als Krankenhaus der Maximalversorgung verfügt über fast alle gängigen Fachrichtungen. Entsprechende Fortbildungsangebote werden in einem halbjährlichen Plan zentral vom CTK ausgegeben. Der Ausbildungskandidat sollte hier aktiv diese Möglichkeit nutzen, wobei der Chefarzt entsprechende Richtungen vorweisen sollte.

Neben der notwendigen interdisziplinären ärztlichen Zusammenarbeit sollte dem Facharztausbildungskandidaten mit Beginn seiner Ausbildungszeit klar werden, dass seine Tätigkeit nur in Zusammenhang mit anderen naturwissenschaftlichen Mitarbeitern möglich ist, insbesondere die große Bedeutung des Medizinphysikexperten für die tägliche Arbeitspraxis. Die enge Interaktion zwischen Nuklearmediziner und Medizinphysikexperten widerspiegelt sich auf der alltäglichen Ebene. Der Ausbildungskandidat sollte deshalb in die entsprechenden Qualitätsprüfungen (Konstanzprüfung, Messtechnik, Datenauswertung und Speicherung sowie Strahlenschutz) involviert werden.

Hinsichtlich des Strahlenschutzes sollte der Ausbildungskandidat im ersten Ausbildungsjahr am allgemeinen und speziellen Strahlenschutzkurs teilnehmen, wobei eine entsprechende Unterstützung bei der finanziellen Belastung durch das Haus erfolgen sollte.

Neben den klinikinternen Weiterbildungen sollte der Ausbildungskandidat auch die Möglichkeit zur Teilnahme an überregionalen Fortbildungsveranstaltungen haben. Prinzipiell sollte dem Ausbildungskandidaten auch der Eintritt in die Berlin-Brandenburgische Gesellschaft für Nuklearmedizin nahegelegt werden, da gerade bei Jahrestagungen der verschiedenen regionalen nuklearmedizinischen Gesellschaften wichtige Themen diskutiert werden. Dem Ausbildungskandidaten sollte die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ermöglicht werden. 

4.1. Erfüllung der allgemeinen Inhalte der Weiterbildung für die Abschnitte B und C der Weiterbildungsordnung

  • Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik in der Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen sowie die Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung sowie des baulichen apparativen Strahlenschutzes werden im vorliegenden Ausbildungsplan durch die Abschnitte 3.3, 3.4 und 3.6 vermittelt.
  • Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Messtechnik einschließlich der Datenverarbeitung sowie der Indikationsstellung, Untersuchung und Behandlung mit Radiodiagnostika und Therapeutika werden im vorliegenden Ausbildungsprogramm durch die beschriebene Rotation der verschiedenen Arbeitsplätze erreicht (2.3, 3.1).
  • Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der nuklearmedizinischen In-vivo- und In-vitro-Diagnostik unter Verwendung von organ-/zielgerichteten Radiodiagnostika und Therapeutika einschließlich der Befundanalyse, Schweregrad, Prognose und Therapieeffizienzbestimmungen werden im vorliegenden Ausbildungsprogramm ebenfalls durch die Rotation in der Diagnostik, der nuklearmedizinischen Therapiestation, aber auch durch Tätigkeiten im sogenannten „Heißen Labor“ der Radiochemie vermittelt. Insbesondere die Dokumentation von Therapieerfolgen erfolgt in der Schilddrüsensprechstunde in den Dreimonats- und Jahreskontrollen der Radiojodtherapien.
  • Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der molekularen Bildgebung, insbesondere mit Radiopharmazeutika, werden ebenfalls durch die Tätigkeit in der nuklearmedizinischen Diagnostik vermittelt. Notwendige Erfahrungen der FDG-PET-Diagnostik werden durch die interdisziplinären Befunddemonstrationen vermittelt. Eine Hospitation ist bei den entsprechenden PET-Kooperationspartnern (Charité, Klinikum Potsdam) während der Ausbildungszeit vorgesehen.
  • Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der nuklearmedizinischen Therapie einschließlich der damit verbundenen Nachsorge sowie Therapieplanung unter Berücksichtigung der Dosisberechnung werden im vorliegenden Ausbildungsplan durch den zwölfmonatigen Einsatz auf unserer nuklearmedizinischen Therapiestation gewährleistet (2. Ausbildungsjahr). Die Nachsorge der Radiojodtherapien erfolgt in der Schilddrüsensprechstunde. Hier ist eine Teilnahme von ebenfalls zwölf Monaten vorgesehen. Im Rahmen der Ambulanz erfolgt auch eine Therapiekontrolle der durchgeführten Radiosynoviorthesen. Dosisberechnungen erfolgen jeweils dienstags um 13:00 Uhr in der sogenannten Radiojodrunde.
  • Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Radiochemie und der gebietsbezogenen Immunologie und Radiopharmakologie werden im vorliegenden Ausbildungsplan durch die Rotation in das sogenannte „Heiße Labor“ für mindestens einen Monat gewährleistet. Weiterhin besteht eine gute  Zusammenarbeit mit dem Zentrallabor des CTK, so ist z.B. die Installation und Betreuung einer Hochdruckchromatographie in der Nuklearmedizinischen Klinik vorgesehen.
  • Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie werden dem Ausbildungskandidaten während der Sprechstunde vermittelt sowie während seiner Tätigkeit auf der nuklearmedizinischen Therapiestation, im geringeren Maße auch mit der Auseinandersetzung im Rahmen der bildgebenden Diagnostik.
  • Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der interdisziplinären Zusammenarbeit zwecks Kombination mit anderen Behandlungsverfahren erfährt der Ausbildungskandidat in der täglichen diagnostischen Praxis sowie durch die Teilnahme an entsprechenden interdisziplinären Zirkeln (Lungenqualitätszirkel, interdisziplinäres Tumorboard im Rahmen des Onkologischen Zentrums, Prostatazentrum, geplant: Mamma-Zentrum).

4.2. Gewährleistung der notwendigen Untersuchungsanzahlen im vorliegenden Ausbildungsplan:

Durch die im Punkt 3.1 geschilderte Arbeitsplatzrotationen  werden folgende Ausbildungszeiten an den verschiedenen Ausbildungsplätzen gewährleistet:

Diagnostik I (Nuklearkardiologie): 17 Monate

Diagnostik II (übrige Diagnostik): 17 Monate

Schilddrüsensprechstunde: 12 Monate

nuklearmedizinische Therapiestation: 12 Monate    

„Heißes Labor“: ein Monat

PET- Hospitationen: ein Monat

Folgende Leistungszahlen konnten im Jahr 2014 von der nuklearmedizinischen Klinik erreicht werden:

  • Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse und der Halsweichteile ca. 1.500, damit wird die vorgegebene Richtzahl von 700 während der Ambulanzzeit erreicht.
  • Ultraschalluntersuchungen des Abdomens und des Urogenitalbereiches lernt der Ausbildungskandidat bei der entsprechenden szintigrafischen Diagnostik (Leberszintigrafien, Nierenszintigrafien). Ferner soll der Ausbildungskandidat den Grundkurs für Abdomen Sonografie und optional den Aufbaukurs besuchen.
  • Zentrales Nervensystem: 2014 wurden in unserer Nuklearmedizinischen Klinik 115 Rezeptorszintigrafien (IBZM, DaTSCAN), 20 Perfusionsszintigramme (Ceretec) sowie fünf Liquorszintigrafien durchgeführt. Bei einer geplanten Ausbildungszeit in der Diagnositk II von 17 Monaten sollte somit die vorgegebene Richtzahl von 150 Untersuchungen erreicht werden.
  • Skelett- und Gelenkszintigrafien: Im Jahr 2014 wurden im Klinikum 470 Gelenkszintigrafien durchgeführt. Bei einer geplanten Ausbildungszeit von 17 Monaten sollte die vorgegebene Richtzahl von 800 Untersuchungen erreicht werden.
  • Nuklearkardiologie: Im Jahr 2014 wurden in der Klinik 900 Myokardszintigrafien sowohl in Ruhe als auch unter Belastung durchgeführt. Bei einer geplanten Ausbildungszeit in der Diagnostik I von 17 Monaten sollte die geforderte Richtzahl von 500 deutlich überschritten werden.
  • Respiration, Lungeninhalations- und -perfusionsszintigrafie: In 2014 wurden im CTK 195 Perfusions- und Ventilationsszintigrafien durchgeführt. Bei einer geplanten Ausbildungszeit von 17 Monaten sollte die geforderte Richtzahl von 200 Untersuchungen erreicht werden.
  • Gastrointestinaltrakt: In 2014 wurden in der Nuklearmedizinischen Klinik fünf Speicheldrüsenszintigrafien, 20 Ösophagus-/Magenmotilitätsszintigrafien, fünf Gallensäureresorptionstests, fünf hepatobiliäre Funktionsszintigrafien sowie zwei Blutpoolszintigrafien und eine Milzszintigrafie durchgeführt. Daraus resultiert eine Gesamtanzahl gastrointestinaler nuklearmedizinischer Verfahren von 38. Im vorhergehenden Ausbildungsintervall von 17 Monaten sollte somit die geforderte Richtzahl (50) erreicht werden.
  • Urogenitalsystem: 2014 wurden im Klinikum 75 dynamische Nierenfunktionsszintigrafien sowie eine statische Nierenszintigrafie durchgeführt. In der geplanten Ausbildungszeit von 17 Monaten in der Diagnostik II liegt die vorgegebene Richtzahl bei 215 und wird mit 152 erreicht. Da der Kandidat aber während der gesamten Ausbildung an den täglichen Befundbesprechungen teilnimmt und sich mit den jeweiligen Untersuchungen auseinandersetzen kann, wird die gewünschte Untersuchungsanzahl erreicht.
  • Endokrine Organe: In 2014 wurden 980 Schilddrüsenszintigrafien und 390 Radiojodtests durchgeführt, weiterhin 20 Nebenschilddrüsenszintigrafien. Der Ausbildungskandidat wird somit die vorgegebene Richtzahl deutlich überschreiten (Richtzahl 800).
  • Hämatopoetisch-lymphatisches System: Im Jahr 2014 wurden in der Klinik fünf Blutungsquellenszintigrafien, 75 Lymphabstromszintigrafien, einschließlich Sentineldetektion, zehn Antigranulozytenszintigrafien, 60 Tumorszintigrafien, zehn Nebennierenszintigrafien durchgeführt, woraus eine Gesamtzahl von 160 Untersuchungen resultiert. In der direkten Ausbildungszeit in der Diagnostik II wird der Ausbildungskandidat die vorgegebene Richtzahl von 400  nur knapp erreichen. Da er aber während der gesamten Ausbildungszeit an den täglichen Befundbesprechungen teilnimmt, wird er die Ausbildungszahl deutlich überschreiten.
  • Radiojodtherapien bei benignen Schilddrüsenerkrankungen: In 2014 wurden im Klinikum 250 Radiojodtherapien bei benignen Erkrankungen durchgeführt. Die vorgegebene Richtzahl von 200 wird somit deutlich überschritten.
  • Radiojodtherapien und Radiojoddiagnostik bei malignen Schilddrüsenerkrankungen: 2014 wurden 60 Radiojodtherapien und Radiojodablationskontrollen durchgeführt. Die vorgegebene Anzahl von 50 wird somit erreicht.
  • Nuklearmedizinische Therapie bei anderen soliden oder systemischen malignen Tumoren und/oder benignen Erkrankungen: 2014 wurden im Klinikum 60 Radiosynoviorthesen sowie 17 Samariumschmerztherapien durchgeführt. Die vorgegebene Anzahl von 25 wird somit deutlich überschritten.

Die oben genannten Vergleiche zwischen angestrebter Richtzahl und tatsächlich durchgeführten Untersuchungen werden somit in fast allen Punkten erfüllt. Da der Ausbildungskandidat jedoch an den täglichen Befundbesprechungen teilnimmt sowie an den wöchentlichen Chefarztvisiten und Radiojodrunden, werden die erreichten Ausbildungszahlen deutlich früher erreicht werden.

Wie auch in anderen nuklearmedizinischen Kliniken werden einige Untersuchungen nicht mehr durchgeführt, z. B. Schillingtests. Dies kann einerseits daran liegen, dass das entsprechende Radiopharmakon nicht mehr erhältlich ist bzw. entsprechende Anforderungen fehlen (z. B. hinsichtlich der Augenszintigrafien). Während der Ausbildungszeit wird sich der Ausbildungskandidat jedoch durch geeignete Maßnahmen, Selbststudien und vorhandene Befunddokumentationen mit allen nuklearmedizinischen Untersuchungsverfahren auseinandersetzen. Dies wird vom Chefarzt nicht zuletzt in den Vorprüfungsgesprächen zur Facharztausbildung sichergestellt.

Siegel und Zertifikate des Carl-Thiem-Klinikums

Das CTK ist bestrebt ständig die Qualität der medizinischen Behandlung, die Patientenfreundlichkeit und den Service zu verbessern. Unsere Zertifikate und Qualitätssiegel sind für uns Meilensteine und Anerkennung unser bisherigen Bemühungen.