Diagnostik und Behandlung im Brustzentrum

Im Brustzentrum erfolgen Diagnostik und Behandlung von Bruster­krankungen interdisziplinär durch Radiologen, Gynäkologen, Operateure, Psychotherapeuten, Pathologen, Strahlentherapeuten, Onkologen, Nuklearmediziner und durch geschultes Pflegepersonal sowie Physiotherapeuten.

Nachfolgend werden einige Eckpunkte der Behandlung näher erläutert.

Wenn in einer Brust ein Knoten sonographisch oder mammographisch darzustellen ist, wird eine histologische (feingewebliche) Probeentnahme angestrebt, um die weitere Therapie optimal zu planen.

Sollte sich eine bösartige Erkrankung bestätigen, sind Untersuchungen auch anderer Organe notwendig. Hierfür werden Röntgenbilder, Oberbauchsonographien, Knochenuntersuchungen oder Computertomographien veranlasst.

Um ein individuelles Behandlungskonzept zu erarbeiten, werden alle Patientinnen vor und nach einer Operation oder anderen Therapie zwischen Gynäkologen, Radiologen, Onkologen, Pathologen und Strahlentherapeuten in einer Konferenz besprochen. Nach ausreichender Beratung über die bestmögliche Therapie und Alternativen sind Sie in der Lage, sich für „Ihre“ Therapie zu entscheiden.

Wenn bei Ihnen ein wenig aufwendiger Eingriff an der Brust durchgeführt wurde, erfolgt die Entlassung in der Regel zwei Tage nach der Operation.

Ihre Wunde ist üblicherweise mit selbstauflösenden Fäden genäht, sodass Fäden nicht gezogen werden müssen. Wenn sich auf der Wunde mehrere Pflaster befinden, sollen diese nach zehn Tagen durch die Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt entfernt werden.

Bei größeren plastischen Operationen, wie zum Beispiel bei einer Verkleinerung der Brust, kann ein längerer stationärer Aufenthalt notwendig sein.

Die genaue weiterführende Wundversorgung werden wir Ihnen gesondert mitteilen, ebenfalls den Zeitpunkt, wann die Fäden durch uns oder durch Ihre weiterbetreuenden Ärztinnen bzw. Ärzte entfernt werden.

Liegt eine Krebserkrankung der Brust vor, beträgt die Dauer des stationären Aufenthaltes durchschnittlich drei bis fünf Tage. Bei Bedarf wird Ihnen ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten ermöglicht, um schon zu Beginn der Behandlung eine psychoonkologische Unterstützung zu erfahren. Kontakte zu unserer assoziierten Selbsthilfegruppe werden gebahnt.

Sollte eine Physiotherapie notwendig sein, wir diese selbstverständlich zeitnah durchgeführt. Zur bequemen Lagerung des Armes der operierten Seite erhalten sie ein handgefertigtes Herzkissen, welches sie selbstverständlich mit nach Hause nehmen können. Neben der ausführlichen Besprechung Ihrer Befunde bei dem Abschlussgespräch durch die Ärztin bzw. den Arzt des Brustzentrums, erhalten Sie einen schriftlichen Ratgeber zu Ihrer weiteren Information. Dieser beschäftigt sich u.a. damit, wie man mit seiner Erkrankung umgehen kann und welche begleitenden Maßnahmen wichtig sein können. Die weitere Therapie von bösartigen Brusterkrankungen stützt sich auf mehrere Säulen.

Eine Beratung durch unsere Sozialarbeiterin erfolgt in jedem Fall während des Aufenthaltes.

Bei allen brusterhaltend operierten Patientinnen ist eine Bestrahlung der betroffenen Brust notwendig.  Dazu vereinbaren wir für Sie einen Termin zum Erstgespräch. Die täglichen Termine, die zumeist nicht mehr Zeit als eine halbe Stunde in Anspruch nehmen werden, erhalten Sie von der Strahlenklinik. Die Bestrahlung wird zumeist ambulant (Sie kommen täglich zur Bestrahlung und gehen wieder nach Hause) durchgeführt.

Sollte zusätzlich vor der Strahlentherapie eine medikamentöse Therapie im Sinne einer Chemotherapie erforderlich sein, werden wir auch dies mit Ihnen ausführlich besprechen. Diese medikamentöse Therapie ist ambulant in unserer onkologischen Tagesklinik oder in der ambulanten Praxis von Frau Dr. Walter möglich. Sollte Ihr Wohnort weiter entfernt liegen, werden wir für Sie eine möglichst Heimatnahe Versorgung anstreben.

Vor der Chemotherapie wird eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt. Oft ist es auch sinnvoll, ein sogenanntes Port-System unter die Haut zu platzieren, um die Armvenen bei der Chemotherapie-Infusion zu schonen. Dieses Port-System wird ambulant eingelegt und nach der Chemotherapie wieder entfernt.

Bei vielen Patientinnen besteht die Notwendigkeit einer Tablettentherapie mit einem Antiöstrogen-Präparat für weitere fünf Jahre. Auch hierüber werden Sie bei unserem Abschlussgespräch genau informiert.

Um eine gute Wundheilung zu fördern, ist es bei einer brusterhaltenden Operation sinnvoll, gleich ab dem ersten Tag nach der Operation für mindestens 14 Tage einen festen BH zu tragen. Wenn es für Sie angenehm ist, können Sie die Wunde mit einem Kühlkissen kühlen. Sorgen Sie hierbei bitte für eine Stoffschicht zwischen der Haut und dem Kühlkissen.

Im weiteren Verlauf kann es gelegentlich zu Wundflüssigkeitsansammlungen im Operationsgebiet und in der Achselhöhle kommen. Dies ist nicht besorgniserregend. Nur bei zu starker, schmerzhafter Schwellung oder Entzündungszeichen wie Rötung oder Fieber sollten Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.

Die behandelnde Frauenärztin bzw. der behandelnde Frauenarzt wird dann die weitere Nachsorge mit Ihnen besprechen und die nun anstehenden Termine abstimmen.

Ihre Frauenärztin bzw. Ihr Frauenarzt sollte als Ihr Ansprechpartner bei Problemen zuerst aufgesucht werden, damit die Nachsorge so erfolgen kann, dass Sie sich gut und sicher versorgt wissen.

Siegel und Zertifikate des Carl-Thiem-Klinikums

Das CTK ist bestrebt, ständig die Qualität der medizinischen Behandlung, die Patientenfreundlichkeit und den Service zu verbessern. Unsere Zertifikate und Qualitätssiegel sind für uns die Anerkennung unserer bisherigen Bemühungen.