Behandlungsspektrum

Die Augenklinik des Carl-Thiem-Klinikums bietet das gesamte Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten stationär zu behandelnder Augenerkrankungen. Sie ist in eine Abteilung für Vorderabschnittchirurgie und Hinterabschnittchirurgie gegliedert.

Neben der operativen Behandlung von Augenerkrankungen bietet die Augenklinik des Carl-Thiem-Klinikums in Kooperation mit anderen Kliniken bzw. Instituten das gesamte Spektrum der stationären Diagnostik und Therapie sogenannter konservativ, d. h. nicht operativ zu behandelnder Augenerkrankungen. Dazu gehören zahlenmäßig in erster Linie:

  • die medikamentöse Einstellung des Augendruckes beim grünen Star (Glaukom)
  • neuroophthalmologische Erkrankungen der Sehbahn
  • Gefäßverschlusserkrankungen des Auges und der Sehbahn sowie
  • entzündliche Erkrankungen des Auges und der Sehbahn

Die Chirurgie der vorderen Augenabschnitte beinhaltet Operationen an der Bindehaut, Hornhaut, Iris und Linse des Auges. Es handelt sich bei allen Eingriffen um komplexe mikrochirurgische Operationen, die in den meisten Fällen unter Verwendung eines Operationsmikroskops durchgeführt werden.

Bindehautoperationen:

  • Verletzungen der Bindehaut

  • Entfernung von Bindehauttumoren

  • Chirurgische Behandlung des Flügelfells (Pterygium), bei dem Bindehaut in destruktiver Art und Weise auf die Hornhaut aufwächst

Hornhauteingriffe und Keratoplastik (Hornhauttransplantation):

  • Versorgung von Verletzungen der Hornhaut

  • chirurgische Behandlung von Geschwüren und Ulzerationen einschließlich Deckungen der Hornhaut mit verschiedenen Materialien wie z. B. Amnionmembranen

  • Ersatz einer erkrankten Hornhaut durch ein Spendertransplantat (Hornhauttransplantation, Keratoplastik), z. B. bei Keratokonus oder bei Hornhautnarben nach Verletzung und Entzündung

Eingriffe an der Regenbogenhaut und Pupille:

  • Verletzungen der Iris

  • chirurgische Entfernung von Tumoren

  • kosmetische Korrekturen und plastische Deckungen bei Irisdefekten und Pupillenverziehungen nach Entzündungen und Trauma

Eingriffe an der Linse, Kataraktoperationen:

  • Kataraktoperation

    • Entfernung und Ersatz der altersgetrübten Linse

    • Kataraktoperation, Entfernung und Ersatz der Linse nach Trauma

Die Chirurgie der hinteren Augenabschnitte beinhaltet Operationen am Glaskörper, an der Sklera, der Netzhaut und Aderhaut beispielsweise bei Glaskörpertrübung und Glaskörpereinblutungen sowie bei Netzhautablösung und Erkrankungen der Makula (Stelle des schärfsten Sehens)

Netzhautchirurgische Maßnahmen bei Verletzungen:

  • Skleranähte, Vitrektomien, Refixation abgerissener Muskeln, Entfernung prolabierten Gewebes, Einbringen von Antibiotika, sekundäre rekonstruktive Eingriffe

Vitrektomie:

An unserer Klinik werden die Glaskörperoperationen zu über 90 % als sog. 23-Gauge-Vitrektomien durchgeführt, bei denen der Glaskörper in extrem schonender Art und Weise über 3 winzige Einschnitte (Inzisionen) entfernt wird. Eine Naht dieser Inzisionen ist nicht erforderlich, da sie sich selbständig schließen.

  • Chirurgische Entfernung des Glaskörpers und Ersatz durch körpereigene Flüssigkeit bei Verletzungen, Glaskörpertrübungen, Einblutungen, Entzündungen oder im Zusammenhang mit einem Netzhauteingriff

Chirurgische Behandlung der Netzhautablösung:

  • nach Verletzung, rhegmatogen (durch Netzhautloch entstanden), exsudativ (durch Flüssigkeitsaustritt entstanden) oder anderer Ursache

  • durch eindellende Eingriffe (Plombe oder Cerclage)

  • durch Vitrektomie, Entfernung Netzhaut abziehender Membranen, wenn erforderlich Retinotomie und Retinektomie (Ausschneiden erkrankter Netzhaut), ggf. in Kombination mit einem eindellenden Eingriff und/oder einer Endotamponade (Gas-/Luft-Gemisch oder Silikonöle), die die Netzhaut bis zum Anwachsen in Position hält und Kälte- bzw. Laserkoagulation zur Fixation der Netzhaut

Netzhautchirurgische Maßnahmen bei diabetischer Retinopathie und nach venösen Gefäßverschlüssen:

  • Komplexe Vitrektomien und eindellende Eingriffe zur Wiederanlage der Netzhaut bei meist aggressiv verlaufenden Netzhautablösungen einschließlich verschiedener Formen der Koagulationsbehandlung (Endolaser, Kryokoagulation, Endokoagulation usw.)

Makulachirurgie:

  • Vitrektomie mit Manipulationen an der Netzhaut im Bereich der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) bei Makulaerkrankungen wie Makulaloch, epiretinaler Gliose und Verletzungen sowie anderen Membran bildenden Erkrankungen

Netzhaut- und Glaskörperchirurgische Maßnahmen bei anderen Erkrankungen:

  • Blutungen (altersbedingte Makuladegeneration, Hypertonie, Antikoagulation, Trauma, andere Operationen, Verletzungen)

  • Entzündungen (Endophthalmitis)

  • Luxation der Linse oder Kunstlinse in den Glaskörperraum, Vitrektomie mit Linsenentfernung, Endophako (Linsenverflüssigung und Absaugung im Glaskörperraum), Probleme und Komplikationen nach anderen ophthalmologischen Eingriffen

Einbringen von Medikamenten in den Glaskörperraum:

  • Makulaödem

    • im Rahmen einer feuchten Makuladegeneration, bei diabetischer Makulopathie, nach venösen Gefäßverschlüssen, bei Myopie und Entzündungen der Netzhaut und/oder Aderhaut

    • bei diabetischer Retinopathie und nach venösen Gefäßverschlüssen

    • entzündlichen Erkrankungen

  • zentrales retinales Traktionssyndrom

  • andere Erkrankungen

Die Tränennasenwegschirurgie beschäftigt sich mit operativen Eingriffen im Bereich der Abflusswege der Tränenflüssigkeit mit dem Ziel der Wiederherstellung eines natürlichen Tränenabflusses. Häufige Erkrankungen sind z.B. die Tränennasenwegs- stenosen des Neugeborenen als sogenannte Hemmungsmissbildung sowie die erworbene Tränennasenwegsstenose des jugendlichen und erwachsenen Patienten nach Verletzungen oder entzündlichen Erkrankungen des Auges und der Nasennebenhöhle.

Tränennasenwegsstenose bei Neugeborenen:

  • Tränennasenwegssondierung und -spülung mit Überwindung von noch vorhandenen Membranen und Verschlussstrecken
  • Selten weiterführende chirurgische Maßnahmen

Erworbene Tränennasenwegsstenose nach Verletzungen und Entzündungen:

  • Schaffung eines künstlichen Tränenabflussweges vom Tränensack in den Nasenrachenraum mit externem Zugang (Dakryorhinostomie nach Toti)

Verletzungen der Tränennasenwege:

  • Chirurgische Versorgung von Einrissen und Abrissen der Tränennasenwege im Zusammenhang mit Lid- und Gesichtsverletzungen, Wundnähte, rekonstruktive Eingriffe und Schlingenintubationen

Entzündliche Erkrankungen der Tränennasenwege:

  • Sondierungen, Spülungen und Abszessspaltungen sowie antibiotische Therapie

Die Lidchirurgie befasst sich mit der operativen Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Lider mit dem Ziel der Wiederherstellung ihrer Form und Funktion (Schutz und Befeuchtung des Augapfels).

Lidchirurgische Eingriffe bei Verletzungen:

  • Wundversorgung und wiederherstellende Eingriffe jeder Art bei Lidverletzungen, angefangen von der einfachen Lidnaht bis hin zu komplexen Operationen mit Hautverschiebeplastiken und Rekonstruktion, ggf. mit beteiligter Tränenweg

Operationen zur Wiederherstellung der Form des Lides und seiner Funktionen:

  • Ektropium-Operation (Korrektur des nach außen gerollten Lides)
  • Entropium-Operation (Korrektur des nach innen gerollten Lides mit schleifenden Wimpern)
  • Ptosis-Operation (Korrektur des herunter hängenden Lides)

Chirurgische Behandlung bei Lidtumoren:

  • Behandlung von entzündlichen Raumforderungen der Lider wie Chalazion (Gerstenkorn) und Hordeolum (Hagelkorn)
  • Operation von Lidzysten
  • Operative Entfernung maligner (bösartiger) und semimaligner Tumoren wie Basaliom, Karzinom und Melanom
  • Operative Behandlung ausgedehnter Tumoren mit Befall der Augenhöhle, des Augapfels, angrenzender knöcherner Strukturen und anderer Areale des Schädels in Kooperation mit angrenzenden Fachgebieten wie Neurochirurgie, Kiefer-Gesichts-Chirurgie, HNO-Heilkunde und Dermatologie

Kryotherapie (Kältebehandlung) von Lidtumoren:

  • Alternativ zu anderen operativen Eingriffen
  • Zur Schonung der Tränennasenwege

Strahlentherapie:

  • Strahlenbehandlung von Tumoren der Lider und der Orbita in Kooperation mit der Klinik für Strahlentherapie

Eingriffe an den Zilien (Wimpern):

  • Dauerhafte Epilation von Zilien mit Fehlstellung und chronischem „Schleifen“ auf dem Augapfel (Trichiasis) zur Vermeidung von Hornhautaffektionen unter Ver-wendung von Kältebehandlung oder Elektroepilation

Tumorerkrankungen des Auges sind relativ selten. Dabei können alle Abschnitte des Auges und ihrer Anhangsgebilde betroffen sein (Lider, Bindehaut, Hornhaut, Aderhaut, Netzhaut, Sklera und Gewebe der Augenhöhle wie Muskulatur, Fettgewebe und lymphatisches Gewebe). Die chirurgische Behandlung von Tumorerkrankungen ist komplex und wird häufig in Kooperation mit anderen Fachgebieten durchgeführt (Neurochirurgie, Kiefer- und Gesichtschirurgie, HNO, Dermatologie und Strahlentherapie). Es sind häufig umfangreichere Eingriffe im Bereich der vorderen oder auch hinteren Augenabschnitte sowie der Augenhöhle (Orbita) erforderlich. Neben der zusätzlichen Strahlenbehandlung kann in einzelnen Fällen auch eine Zytostatikatherapie erforderlich werden.

Die häufigsten Tumoren sind:

Lidtumoren:

  • Operative Behandlung des Basalioms, Karzinoms, Hämangioms sowie entzündlicher Tumoren

Bindehauttumoren:

  • Operation des Pterygiums
  • Bindehautmelanom
  • Entzündliche Tumoren des lymphatischen Gewebes der Bindehaut

Iristumoren:

  • Irismelanom
  • Iriszysten

Aderhauttumoren:

  • Aderhautmelanom
  • Aderhautmetastasen
  • Aderhauthämangiom

Orbitatumoren:

  • Pseudotumor orbitae (unspezifischer entzündlicher Tumor der Augenhöhle)
  • Orbitales Hämangiom
  • Raumforderung bei endokriner Orbitopathie (z. B. Morbus Basedow)
  • Orbitale Varizen (raumfordernde Erweiterung der Venen der Augenhöhle)
  • Orbitaphlegmone (Entzündung des Gewebes der Augenhöhle)

Die operative Behandlung von Augenfehlstellungen kommt zur Anwendung bei angeborenen und erworbenen Schielstellungen der Augen. Dabei werden Augenmuskeln gekürzt oder deren Muskelansätze verlagert, um eine Stellungskorrektur des Auges zu erzielen und ein Schielen zu beseitigen.

Schieloperationen des Kindes:

  • Kürzende und verlängernde Eingriffe an allen vier geraden Augenmuskeln und an den schrägen Augenmuskeln beim concomitanten konvergenten und divergenten Schielen sowie in selteneren Fällen auch bei Höhenabweichungen, Rotationsschielen

Schieloperationen beim erworbenen Schielen:

  • Kürzende und verlängernde Eingriffe an allen vier geraden Augenmuskeln und an den schrägen Augenmuskeln im Zusammenhang mit Verletzungen, entzündlichen Erkrankungen der Augenhöhle, nach Dekompressionsoperationen der Augenhöhle, nach Bestrahlungen, neurologischen Erkrankungen und anderen die Augenstellung betreffenden Krankheitsbildern

In unserer Klinikambulanz werden Patienten vor und nach stationären Behandlungen betreut. Bei Krankenhauseinweisungen wird in der Klinikambulanz zunächst die Indikation zur stationären Therapie gestellt und der stationäre Aufenthalt, ggf. erforderliche Operationen und diagnostische Maßnahmen vorbereitet.

Nach der Entlassung aus einer stationären Behandlung kann es mitunter erforderlich sein, den Patienten für maximal zwei Wochen einer sogenannten „nachstationären Versorgung“ zuzuführen, welche ebenfalls in unserer Klinikambulanz oder aber auch in den Räumlichkeiten der Klinik selbst durchgeführt wird.

Neben der prä- und poststationären Versorgung bietet unsere Klinikambulanz eine privatärztliche und eine berufsgenossenschaftliche Sprechstunde; eine kassenärztliche Sprechstunde auf Grundlage einer kassenärztlichen Ermächtigung gibt es in der Augenambulanz nicht.


Folgende Spezialsprechstunden können in der Klinikambulanz der Augenklinik im Rahmen der vor- und nachstationären Versorgung in Anspruch genommen werden:

Cataract-Sprechstunde

In der Cataract-Sprechstunde werden Patienten, die zu einer stationären Cataract-Operation (Entfernung der altersgetrübten Linse und Ersatz durch eine Kunstlinse) eingewiesen werden, auf den operativen Eingriff vorbereitet und ggf. nach dem operativen Eingriff nachbetreut. Während der Voruntersuchung zur stationären Cataract-Operation wird der Patient einer entsprechenden Diagnostik unterzogen und hinsichtlich des Eingriffes aufgeklärt. Insbesondere wird das Auge unter Anwendung verschiedener Methoden vermessen, um die bei der Cataract-Operation zu implan-tierende Linse zu berechnen und auszuwählen. In diesem Zusammenhang werden auch spezielle Untersuchungen angeboten, die nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen gehören und damit von den Patienten selbst getragen werden müssen. Hierzu gehört z.B. die Vermessung des Auges und Berechnung der Linse unter Verwendung des sogen. IOL-Masters (Laser gestützte Biomorphometrie des Auges und Berechnung der Linse).

Netzhautsprechstunde

In unserer Netzhautsprechstunde werden Patienten vor und nach stationären hinterabschnittschirurgen Eingriffen vor- und nachbetreut. Es wird mitunter eine aufwendige Netzhautdiagnostik erforderlich, um die Notwendigkeit einer stationären netzhautchirurgischen Behandlung zu begründen oder zu entkräften. Dazu zählen insbesondere neben den augenärztlichen Standarduntersuchungen die sogenannten Fluoreszenzangiographie und die optische Kohärenztomografie (OCT), wobei mit beiden Untersuchungen auf unterschiedliche Art und Weise die Strukturen der Netzhaut und Aderhaut visualisiert und unterschiedliche diagnostische Aussagen getroffen werden können. Die optische Kohärenztomografie (OCT) ist ebenfalls eine Untersuchung, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehört und von den Patienten selbst getragen werden muss.

Da der Erfolg von netzhautchirurgischen Eingriffen insbesondere von der Nachbetreuung und von der nach der Operation einzuhaltenden Lagerung abhängig ist, hat die nachstationäre Sprechstunde für unsere netzhautchirurgischen Patienten eine ganz besondere Bedeutung.

Kindersprechstunde

Von besonderer Bedeutung ist die vor- und nachstationäre Betreuung von Kindern in unserer Klinikambulanz, um eine optimale Patientenversorgung gewährleisten zu können. Kinder, insbesondere Säuglinge und Kleinkinder, werden schon bei verhältnismäßig geringgradigen Augenproblemen hospitalisiert, weil eine entsprechende Diagnostik und ggf. auch Therapie aufgrund fehlender Compliance häufig in Narkose oder tiefer Sedierung durchgeführt werden muss. Kinder mit Augenerkrankungen werden im Rahmen des stationären Aufenthaltes stets in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin untergebracht und durch die Augenklinik konsiliarisch betreut.

Sehschule

In unserer Sehschule werden Patienten mit erworbenem oder angeborenem Schielen, das heißt Erwachsene und Kinder vor und nach operativen Eingriffen an den Augenmuskeln versorgt. Dazu gehören die prä- und postoperative Schieldiagnostik (Binokularstatus), die Stellung einer korrekten Diagnose, Vermessung des Schielwinkels und korrekte Planung des operativen Eingriffes.

Langfristige Betreuung von Patienten mit Störungen der Augenbeweglichkeit und

Schwachsichtigkeit (Amblyopie) und insbesondere orthoptische Behandlungen (Beübung des schwachsichtigen Auges zur Verbesserung des Sehvermögens) sind in unserer Sehschule leider nicht möglich, da es sich hierbei um ambulante kassenärztliche Leistungen des niedergelassenen Augenarztes handelt.

Sprechstunde für Privatpatienten und berufsgenossenschaftliche Behandlungsfälle

Ganz unabhängig von stationären oder ambulanten Behandlungen können in unserer Klinikambulanz jederzeit privatversicherte Patienten alle Leistungen der Klinikambulanz in Anspruch nehmen. Das Gleiche gilt für Patienten zur Versorgung von Verletzungen und Krankheitsbildern im Zusammenhang mit Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen des Auges.

Siegel und Zertifikate des Carl-Thiem-Klinikums

Das CTK ist bestrebt, ständig die Qualität der medizinischen Behandlung, die Patientenfreundlichkeit und den Service zu verbessern. Unsere Zertifikate und Qualitätssiegel sind für uns Meilensteine und Anerkennung unser bisherigen Bemühungen.