Präanalytik Mikrobiologie

Allgemeine Hinweise zur mikrobiologischen Probenentnahme

Der Aussagewert mikrobiologischer Untersuchungen hängt maßgeblich von der Art der Gewinnung des Untersuchungsmaterials sowie einer korrekten Lagerung bis zum Transport bzw. bis zur Weiterverarbeitung im Labor ab.

Die Materialgewinnung sollte möglichst vor Beginn einer antibiotischenTherapie oder anderer keimschädigender Maßnahmen erfolgen. Es ist darauf zu achten, dass – soweit möglich – die Materialentnahme am Ort der vermuteten Infektion erfolgt.

Voraussetzung für eine aussagekräftige mikrobiologische (bakteriologische, mykologische, parasitologische, virologische) Diagnostik ist die sachgerechte Entnahme des Untersuchungsmaterials und dessen Transport. Entstehen bereits hier Fehler, können diese auch durch die beste Labordiagnostik nicht mehr kompensiert werden. Die Materialgewinnung sollte möglichst nur durch erfahrenes und geschultes Personal erfolgen.

Bei Untersuchungsmaterial, das nicht jederzeit erneut gewonnen werden kann (z.B. intraoperativ entnommenes Gewebe, Knochenmarkbiopsien oder Glaskörperpunktate), empfiehlt es sich daher ggf. vorab, mit einem der Oberärzte (oder außerhalb der üblichen Einsendezeiten mit dem diensthabenden Arzt des Zentrums für Labordiagnostik, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene) zu kommunizieren!

Jede mikrobiologische Untersuchung erfordert eine eindeutige Beschriftung des Probengefäßes!

Folgende Angaben zur Untersuchungsanforderung (einzutragen über das Labcenter) sind wichtig für die Befundbewertung und infektiologische Beratung:

  • Angabe der Verdachtsdiagnose
  • Angabe der Hauptsymptome des Patienten
  • Abnahmezeitpunkt
  • Lokalisation der Materialabnahme
  • derzeit applizierte Antiinfektiva
  • besondere anamestische Angaben, z.B. Auslandsreisen
  • Informationen über bestehende Immunsuppression

Ist eine telefonische Befundübermittlung erwünscht, bitte darauf achten, eine entsprechende Rückruf-Telefonnummer anzugeben.

Native/flüssige Untersuchungsmaterialien (Eiter, Sekrete, Punktate, Aszites) und Gewebe sind immer Tupferabstrichen vorzuziehen. Sie ermöglichen direkte mikroskopische Untersuchungen.

Da es beim Transferieren von flüssigen Untersuchungsmaterialien in Blutkulturflaschen zu Zeitverzögerungen kommen kann (Blutkulturflaschen müssen zur Keimanreicherung erst angebrütet werden) empfiehlt sich diese Art von Einsendung nur parallel zu einem direkt kultivierbaren Untersuchungsmaterial oder falls ein zeitnaher Transport in das zuständige Labor nicht gewährleistet werden kann.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht zu den Bedingungen der Zwischenlagerung der häufigsten Untersuchungsmaterialien:

Aufbewahrung mikrobiologischer Untersuchungsmaterialien bis zum Transport

Material

Raumtemperatur

Kühlschrank (4°C)

Abstriche (aller Art)

im Transportmedium

+(a)

(+)(b)

Stuhl

(c)

+

Urin, nativ

+

Urin-Tauchkultur (Uricult)

+

Sputum

+

Tracheal-/ Bronchialsekrete

+

Punktate/Aspirate nativ

+

Punktate/Aspirate in Transportmedium

+

(+)

Gewebe/Biopsiematerial nativ

+

Gewebe/Biopsiematerial in Transportmedium

+

(+)

Blutkulturen

+

Liquor, nativ

+

Katheterspitzen

+

Material für TBC

+

Material für Dermatophyten

+

a

b

c

Methode der Wahl

bei Zwischenlagerungen von > 12 h (NICHT bei Gonokokken!)

nicht (oder nur in Ausnahmefällen) geeignet

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