Weiterbildung zum Facharzt

1.1 Ausbildungsziel

Die Diagnostische Radiologie umfasst die Erkennung von Krankheiten mit Hilfe ionisierender Strahlen, kernphysikalischer Verfahren sowie der Sonographie, soweit sie zur Vermeidung oder Ergänzung diagnostisch-radiologischer Untersuchungen indiziert ist, ferner den Strahlenschutz mit seinen physikalischen, biologischen und medizinischen Grundlagen. Ziel der Weiterbildung im Gebiet Radiologie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.

 

1.2 Weiterbildungsverantwortlicher

PD. Dr. med. habil. Thomas Schulz

 

1.3 Weiterbildungsdauer

60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte

gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, WBO der LÄKB davon können bis zu

• 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung angerechnet werden

• 12 Monate in den Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes abgeleistet werden

 

1.4 Mitarbeitergespräche

Mit den Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung wird gemäß der WBO jährliche in strukturiertes Mitarbeitergespräch geführt, in welchem der Stand der Weiterbildung von beiden beurteilt wird. Bestehende Defizite werden dabei aufgezeigt. Der Inhalt dieses Gesprächs wird dokumentiert und ist dem Antrag zur Zulassung zur Facharztprüfung später beizufügen. Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung erhalten ein persönliches Curriculum, welches ihrem Ausbildungsstand angepasst ist.

Die fachspezifische Weiterbildung erfolgt einerseits theoretisch in entsprechenden strukturierten Veranstaltungen, andererseits praktisch an den einzelnen Arbeitsplätzen unter Anleitung der jeweils zuständigen Fachärzte.

Eine regelmäßige Rotation in alle Bereiche der Radiologie im Rahmen der praktischen Weiterbildung ist gewährleistet. Dabei sind die Ä/AiW verpflichtet, sich ergänzend durch selbständiges Literaturstudium die notwendigen arbeitsplatzspezifischen Fachkenntnisse zu erarbeiten. Hierbei stehen die ausbildenden Fachärzte beratend zur Seite.

 

1. Weiterbildungsjahr                                                                                      

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in nachfolgenden Bereichen:

Beginn mit einer ersten Weiterbildungsphase von > 9 Monaten in der konventionellen Röntgendiagnostik. Hier erfolgt auch die Vermittlung zur Erkennung und Behandlung akuter Notfälle, einschließlich lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung im Zusammenhang mit dem Kontrastmittelzwischenfall.  In diesem Zeitraum ist, sobald als möglich, der Einführungskurs im Strahlenschutz zu besuchen.

Innerhalb des ersten Jahres dann Besuch des Grund- und Spezialkurses im Strahlenschutz wie in der Fachkunderichtlinie gefordert.

Nachfolgend oder parallel Weiterbildung im Bereich Ultraschalldiagnostik  für einen Zeitraum von > 3 Monaten. Während dieses Zeitraumes wenn möglich Besuch des Grundkurses Ultraschalldiagnostik. Bis zur Beendigung des 1. Weiterbildungsjahres Tätigkeit sowohl im Bereich konventionelle Röntgendiagnostik als auch Ultraschalldiagnostik mit dem Ziel der weiteren Vertiefung der Kenntnisse.

 

2. Weiterbildungsjahr

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in nachfolgenden Bereichen:

Weiterbildung in der Computertomographie über > 6 Monate, um die Grundlagen zu erlernen. Während dieser Zeit Besuch des Spezialkurses „Computertomographie“ wie in der Fachkunderichtlinie zum Erwerb der „Fachkunde im Strahlenschutz“ gefordert. Nachfolgend Fortsetzung der Weiterbildung im Bereich konventionelle Röntgendiagnostik, Ultraschalldiagnostik oder/und  Computertomographie um die Kenntnisse und Fähigkeiten weiter zu vertiefen. Erlernen der Ätiologie, Pathophysiologie und Pathogenese

von Krankheiten unter besonderer Berücksichtigung der Bildgebenden Verfahren.

Erlernen der interdisziplinären Indikationsstellung zur weiterführenden Diagnostik einschließlich der Differentialindikation und Interpretation radiologischer Befunde im Zusammenhang mit gebietsbezogenen Fragestellungen.

 

3. Weiterbildungsjahr

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in nachfolgenden Bereichen:

Für den Zeitraum von mind. 2 Monaten Weiterbildung in Mammographie einschließlich inter-ventioneller Maßnahmen im Bereich Mamma. Erwerb weiterführender Kenntnisse über den gesamten Verlauf der Weiterbildungszeit.

Erlernen interventioneller und minimalinvasiver radiologischer Verfahren z.B. Punktionsverfahren zur Gewinnung von Gewebe und Flüssigkeiten sowie Drainagen von pathologischen Flüssigkeitsansammlungen einschließlich der Behandlung akuter Schmerzzustände sowie ablative und gewebestabilisierende Verfahren.

Zudem Weiterbildung im Bereich MRT über einen Zeitraum von > 6 Monaten. Während dieses Zeitraums Planung, Durchführung und Befundung von Magnetresonanztomographien,

z. B. an Hirn, Rückenmark, Nerven, Skelett, Gelenken, Weichteilen einschließlich der Mamma, Thorax, Abdomen, Becken, Gefäßen. Erwerb und Vertiefung der physikalischen Grundlagen der Magnetresonanzverfahren und Biophysik einschließlich der Grundlagen der Patientenüberwachung sowie der Sicherheitsmaßnahmen für Patienten und Personal. Zusätzlich Erlernen von Sedierungsmaßnahmen im Rahmen der Sedierung von Kindern – durchgeführt von Anästhesisten der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin.

In den verbleibenden Monaten des 3. Weiterbildungsjahres ist in den zuvor tätig gewesenen Bereichen weiter zu arbeiten. Die Einteilung erfolgt gemäß Arbeitsplatzplan und  unter Anwendung des Rotationsprinzips um die Kenntnisse zu festigen und zu vertiefen.

 

4. Weiterbildungsjahr

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in nachfolgenden Bereichen:

> 3 Monate Weiterbildung in der Angiographie und Interventionsradiologie  einschließlich interventioneller Verfahren in diesem Arbeitsbereich. Während dieses Zeitraumes Besuch des 4-stündigen Spezialkurses „Interventionelle Radiologie“, wie laut Fachkunderichtlinie gefordert.

Vertiefung der interdisziplinären Indikationsstellung zur weiterführenden Diagnostik einschließlich der Differentialindikation und Interpretation radiologischer Befunde im Zusammenhang mit gebietsbezogenen Fragestellungen. Erwerb von vertiefenden Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Kinderradiologie. Während des noch verbleibenden Zeitabschnittes des 4. Weiterbildungsjahres Erwerb von vertiefenden Kenntnissen in der Neuroradiologie  durch Tätigkeit in den Bereichen DSA, CT und MRT mit diesem gezielten Schwerpunkt.

Ab dem 4. Weiterbildungsjahr Anfertigung von mindestens 5 fachradiologischen Gutachten. Teilnahme an und Durchführung von Demonstrationen für überweisende Kliniken.

 

5. Weiterbildungsjahr

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in nachfolgenden Bereichen:

Selbständige  Durchführung von Befund-Demonstrationen für überweisende Kliniken nach Maßgabe des Ausbilders.

Das 5. Weiterbildungsjahr kann – wie in der Weiterbildungsordnung vorgesehen – entweder in Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung  abgeleistet werden, oder in den Schwer-punktweiterbildungen des Gebietes. Eine Fortsetzung der Weiterbildung in den Bereichen der allgemeinen diagnostischen Radiologie  ist ebenfalls möglich. Es sollen im gesamten Jahr die Untersuchungszahlen und Nachweise gemäß Logbuch vervollständigt werden.

Die regelmäßige Teilnahme an den Diensten (Nacht- und Wochenenddienst) ist integraler Bestandteil der Weiterbildung. Die Einteilung erfolgt entsprechend der Weiterbildungsstufe. ÄiW/AiW sollen gemäß WB-Abschnitt Rotationen in konventioneller Radiologie und Computertomographie durchlaufen haben, bevor sie in die Dienste eingeteilt werden. Eine Teilnahme am Dienstsystem ist erst nach Erlangung der Fachkunde CT möglich.

Die Teilnahme an institutsinternen wöchentlichen Weiterbildungen ist eine Pflichtveranstaltung während der gesamten Ausbildungszeit. Zusätzlich sind 25 Fortbildungspunkte (CME) pro Jahr nachzuweisen.

Über den gesamten Zeitraum der Weiterbildung wird der Arzt in Weiterbildung mit den Maßnahmen der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements, wie durch die „Leitlinien der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik“ vorgesehen, vertraut gemacht.

Die Kenntnisse zur Gerätekunde und Strahlenphysik bei der Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen werden kontinuierlich durch Mitarbeiter der Abteilung Medizinische Strahlenphysik vermittelt.

Kenntnisse in Strahlenbiologie werden durch den Grundkurs im Strahlenschutz bei der LÄKB vermittelt.

Durch interdisziplinäre Befunddemonstrationen und Konsile wird der Facharzt-Kandidat mit der interdisziplinären Stellung des Fachgebietes vertraut gemacht. Die klinischen Demonstrationen mit zuweisenden Kliniken dienen neben der patientenorientierten Besprechung auch dem regelmäßigen Austausch von Meinungen und neuen wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnissen. Sie unterstreichen die Präsenz der Radiologie im klinischen Alltag und sind ein wichtiges Kommunikationsforum.

Fragen der Patientenaufklärung und –dokumentation werden arbeitstäglich vermittelt. Die Bedeutung der Tätigkeit  in einem Institut für Radiologie für betriebswirtschaftliche Belange eines Klinikums  wird dem Betreffenden vermittelt.

Auf der Basis der durchgeführten Weiterbildungsmaßnahmen, einschließlich der geforderten Kursbesuche, soll der in Weiterbildung befindliche Arzt/Ärztin nach ca. 36 Monaten spätestens am Ende der Weiterbildungszeit in der Lage sein, durch die erworbene Sachkunde die Fachkunden im Strahlenschutz gemäß „Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin" für 

1.    Das Gesamtgebiet Röntgendiagnostik einschließlich CT und

2.    Mammographie

zu besitzen.

Die angegebenen fachspezifischen Ausbildungszeiten in den Abteilungen sind Minimalzeiten und werden in der Regel überschritten. Rotationen, die vor dem Einritt in die Klinik an einer anderen anerkannten Weiterbildungsstätte abgeleistet wurden, werden angerechnet. Die Rotationseinteilung erfolgt durch den Chefarzt.

Abschließend ist anzumerken, dass in dem Fall, dass mehrere junge Kollegen zeitgleich die Weiterbildung beginnen oder zeitgleiche Ausbildungsabschnitte absolvieren müssen, an den Schwerpunktarbeitsplätzen, wie CT, MRT und DSA eine gewisse zeitliche Verschiebung erfolgen muss, da die Weiterbildung jeweils nur für eine begrenzte Anzahl Kollegen profitabel ist.

Im Institut stehen zahlreiche aktuelle Fachbücher sowohl in Papierform als auch digital für alle Bereiche der Radiologie zur Verfügung. Viele radiologische Fachzeitschriften sind auch online verfügbar.

Zusätzlich sind in der Med. Bibliothek weitere Fachbücher anderer Fachgebiete und Zeitschriften einsehbar.

Siegel und Zertifikate des Carl-Thiem-Klinikums

Das CTK ist bestrebt, ständig die Qualität der medizinischen Behandlung, die Patientenfreundlichkeit und den Service zu verbessern. Unsere Zertifikate und Qualitätssiegel sind für uns Meilensteine und Anerkennung unser bisherigen Bemühungen.