Neuroradiologie

Die Neuroradiologie ist eine hochspezialisierte Unterdisziplin der Radiologie und beschäftigt sich insbesondere mit der Darstellung des zentralen Nervensystems (v.a. Gehirn und Rückenmark) und den damit assoziierten Erkrankungen bzw. Pathologien. Zu den gängigen Untersuchungsmethoden gehören v.a. die Magnetresonanztomografie, die Computertomografie und die Digitale Subtraktionsangiografie.

Am CTK können wir hierfür eine Diagnostik auf höchstem Niveau anbieten.

Unter den vorgehaltenen MRT-Geräten gehören u.a. ein Hochleistungs-MRT der Firma Siemens (Magnetom Skyra) mit einer Feldstärke von 3,0 Tesla, was mehr als der 60.000-fachen Feldstärke des Erdmagnetfeldes entspricht. Mit diesem Gerät erreichen wir eine hervorragende Bildqualität bei vergleichsweise kurzen  Untersuchungszeiten. Außerdem werden im Rahmen der Untersuchung natürlich keine Röntgenstrahlen angewendet. In enger Kooperation insbesondere mit den Fachdisziplinen Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie erfolgt dabei die zielgerichtete Programmauswahl zur Abklärung der vermuteten Erkrankung und der relevanten Differentialdiagnosen (Erkrankungen die in das Umfeld der vermuteten Erkrankung fallen).

Mit unseren zwei Siemens 64-Zeilen-Computertomografen können wir außerdem sowohl das Gehirn als auch die gesamte Wirbelsäule und das Gefäßsystem in wenigen Minuten hochaufgelöst darstellen und in allen Raumebenen virtuell rekonstruieren.

Zur weiteren Gefäßdarstellung steht uns eine  biplane digitale Subtraktionsangiografieanlage (DSA mit zwei kombinierten Röntgenröhren bzw. Detektoren) zur Verfügung, welche eine durch andere Verfahren unerreichte, hochauflösende und dynamische (=zeitaufgelöste) Gefäßdarstellung ermöglicht. Diese spielt insbesondere bei der weiterführenden Abklärung von Gefäßverengungen, intrakraniellen Aneurysmen (Aussackungen der Gefäßwände) und arteriovenösen Malformationen (AVM = angeborenes Gefäßknäuel mit krankhafter Verbindungen von arteriellen und venösen Gefäßen) sowie erworbenen duralen arteriovenösen Fisteln (dAVF = krankhafte Verbindung zwischen äußeren Kopfgefäßen und Hirnvenen) eine entscheidende Rolle.

Neben der rein diagnostischen Gefäßdarstellung werden mithilfe der DSA aber auch minimal-invasive Eingriffe am Gefäßsystem (sogenannte endovaskuläre Eingriffe) durchgeführt.  Diese erfolgen üblicherweise über einen kleinen Zugang durch die Leisten- oder Armarterie. Mit dieser Methode können z.B. Schlaganfälle durch große Gefäßverschlüsse, (geblutete) Aneurysmen der Hirnbasisarterien und arterio-venöse Fisteln behandelt werden.

Darstellung der Strukturen des zentralen Nervensystems mittels MRT und CCT, ggf. unter Einsatz spezieller intravenöser Kontrastmittel

Myelografie der Wirbelsäule inklusiver funktioneller Darstellung

Digitale Subtraktionsangiografie der Kopf-, Hals- und Rückenmarksgefäße, z.B. zur weiterführenden Abklärung oder Verlaufskontrolle von Aneurysmen, Gefäßfehlbildungen und Gefäßverengungen

Endovaskuläre, minimalinvasive Eingriffe am Gefäßsystem zur Behandlung von Schlaganfällen, Aneurysmen und Verengungen der Kopf- und Halsgefäße

Beispiel: Verengung Halsschlagader

Behandlung einer symptomatischen Verengung der linken Halsschlagader über einen minimalinvasiven Zugang durch die rechte Leistenarterie (seitliche Ansicht). Das linke Bild zeigt die Engstelle vor und das rechte Bild nach Behandlung mit einem Stent. Die Methode ist eine Alternative zur Operation mit im Wesentlichen vergleichbaren Ergebnissen.

Welche Methode zum Einsatz kommen kann, wird im Konsens zwischen Neurologen, Gefäßchirurgen und Neuroradiologen in einer gemeinsamen Konferenz entschieden.

Beispiel: Drohender Schlaganfall

Erfolgreiche Behandlung eines drohenden großen Schlaganfalls:

Der Patient wurde mit einer seit knapp zwei Stunden bestehenden schweren Lähmung  und fehlenden Wahrnehmung der linken Körperseite (sogenannter Neglect) in unserer Notaufnahme vorgestellt.

Die obere Bildreihe zeigt die durchgeführte Computertomografie mit Gefäßdarstellung, in der eine Blutung ausgeschlossen wurde und man ein Blutgerinnsel  in der rechten mittleren Hirnarterie sah (Pfeil).

In der dann sofort durchgeführten Katheterangiografie wurde der Verschluss bestätigt (2. Reihe, linkes Bild) und ein flexibler Katheter bis unmittelbar vor den Thrombus geführt (2. Reihe, rechtes Bild). Über diesen konnte der Thrombus dann problemlos im ersten Versuch abgesaugt werden, und der Gefäßbaum war anschließend wieder vollständig durchblutet.

Kurz nach dem Eingriff waren die Symptome des Patienten nahezu komplett rückläufig.

Beispiel: Gesichtslähmung

Der Patient kam wegen einer Lähmung der rechten Gesichtshälfte. In der bei uns durchgeführten kontrastmittelgestützten Magnetresonanztomografie konnten u.a. ein Schlaganfall, ein Tumor und eine Blutung ausgeschlossen werden. Man sah aber eine verstärkte Kontrastmittelanreicherung des rechten Gesichtsnerven im inneren Gehörgang (Pfeile), welche auf eine Entzündung des Nerven hinweist.
Das rechte Bild zeigt einen von unten betrachteten und senkrecht zur Körperachse angefertigten Schnitt durch den Kopf des Patienten und das linke Bild einen parallel zur Körperlängsachse und von vorne betrachteten Schnitt durch den Patientenkopf.

Team

Stefan Kliesch
Dr. med.
Stefan Kliesch
Sektionsleiter Neuroradiologie

Dr. Abbas Darvishi
Facharzt für Radiologie in Ausbildung zum Schwerpunkt Neuroradiologie

Siegel und Zertifikate des Carl-Thiem-Klinikums

Das CTK ist bestrebt, ständig die Qualität der medizinischen Behandlung, die Patientenfreundlichkeit und den Service zu verbessern. Unsere Zertifikate und Qualitätssiegel sind für uns die Anerkennung unserer bisherigen Bemühungen.