Diagnostik und Behandlung im Gynäkologischen Krebszentrum

Der Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) gehört zu den aggressivsten Tumoren und ist die zweithäufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Es ist eine Erkrankung, deren Auftreten mit steigendem Alter zunimmt. Die große Gefahr bei dieser Art von Tumor besteht darin, dass er meist sehr spät entdeckt wird, da lange Zeit zunächst keine Symptome auftreten. Deutliche Symptome zeigen sich häufig erst im Spätstadium.

Für Brust- und Eierstockkrebs sind zudem bestimmte Genveränderungen (Mutationen) bekannt, die das persönliche Risiko der Trägerin, an einem solchen Krebs zu erkranken, erhöhen. Man sagt dann, bei der Patientin liegt eine erbliche Disposition vor. Das bedeutet, es gibt Gene, die für das familiär gehäufte Auftreten von Eierstockkrebs und auch Brustkrebs verantwortlich sind. Dieses auf dem 17. Chromosom liegende Gen nennt sich BRCA-1 (BReast CAncer) und ist mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs und Eierstockkrebs verbunden. Frauen mit diesem Gen haben ein Risiko von 39 Prozent bis zu ihrem 69. Lebensjahr an Eierstockkrebs zu erkranken. Es gibt noch ein weiteres Gen (BRCA-2) auf dem Chromosom 13, welches aber für den Eierstockkrebs verglichen mit BRCA-1 ein etwas geringeres Risiko (11 bis 22 Prozent) aufweist.


Therapie

Wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen und der Verdacht auf einen Eierstockkrebs besteht, kann die Therapie besprochen werden. Die Untersuchungen geben keine einhundertprozentige Sicherheit, sondern untermauern lediglich eine Verdachtsdiagnose. Sicherheit über die Diagnose gibt erst die Operation mit der histologischen Untersuchung.

Die Behandlung des Ovarialkarzinoms besteht aus verschiedenen Bereichen:

  • Operation
  • Chemotherapie

Operation
Bei der Operation wird eine so genannte Laparotomie (Bauchschnitt) vorgenommen: Man sichert erst intraoperativ die Diagnose, das heißt während der Operation wird ein Stück Gewebe entnommen und zur Untersuchung in die Pathologie gegeben. Der Pathologe untersucht die Probe noch während der Operation feingeweblich und teilt mit, ob es sich tatsächlich um Eierstockkrebs handelt. Nur bei gesicherter Diagnose, d.h. wenn es sich nachweislich um ein Ovarialkarzinom handelt, wird wie im Folgenden dargestellt operiert. Das Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des Tumors aus dem Bauchraum. Es werden beide Eierstöcke entfernt, die Gebärmutter, das große Bauchnetz, Teile des Bauchfells und in bestimmten Situationen auch die Lymphknoten an den großen Blutgefäßen. Das weitere Ausmaß der Operation richtet sich nach der Ausdehnung des Tumors und nach dem Tumortyp. Es können z.B. auch Darmteilresektionen oder die Entfernung des Blinddarms erforderlich sein, um den Tumor vollständig zu entfernen.

Chemotherapie
Ist die Operation erfolgt und liegt die endgültige Histologie vor, wird mit der Patientin die Chemotherapie besprochen. Die Chemotherapie ist bei den meisten Eierstockkrebserkrankungen notwendig. Sie zielt darauf ab, eventuell noch verbliebene Krebszellen im ganzen Körper durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten.

Zytostatika wirken sehr gut gegen rasch wachsende Zellen, eine Eigenschaft, die in besonderem Maße auf Krebszellen zutrifft. Welche Chemotherapie in Frage kommt, hängt von der körperlichen Verfassung und von eventuellen Begleiterkrankungen ab. Die Standardtherapie besteht aus einer Kombinationstherapie mit zwei Medikamenten (Carboplatin und Paclitaxel), die sechs Mal in einem Abstand von drei Wochen gegeben werden.

Antikörpertherapie
Aktuelle Studien konnten zeigen, dass durch das Hinzufügen des Wirkstoffes Bevacizumab zur oben genannten Chemotherapie die Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankung verlängert werden kann. Bevacizumab ist eine so genannte „zielgerichtete Therapie“.

Krebszellen müssen für ihr Wachstum neue Blutgefäße (Angiogenese) bilden, um zu überleben. Bevacizumab behindert diese Neubildung von Blutgefäßen. Durch diese so genannte Anti-Angiogenese wird die Blutzufuhr zum Tumor reduziert, was wiederum Einfluss auf die Fähigkeit des Tumors nehmen kann, zu wachsen und zu streuen.

Die Antikörpertherapie mit Bevacizumab wird für die Behandlung des fortgeschrittenen Eierstockkrebses von den Krankenkassen übernommen.


Wie wird ein Rückfall (Rezidiv) behandelt?

Rezidive können beim Eierstockkrebs auch nach kompletter Operation und Chemotherapie entstehen. Je nachdem wann und wie diese auftreten, können eine erneute Operation und/oder eine erneute Chemotherapie erforderlich werden. Bei solch fortgeschrittener und wiederkehrender Erkrankung geht es in erster Linie um eine Begrenzung des Tumors, einer Linderung der Beschwerden und eine Lebensverlängerung. Eine komplette Heilung ist nach einem Rückfall nur selten möglich.


Nachsorge

Nach Abschluss der Therapie sollten Patienten beachten, dass eine engmaschige Nachsorge erforderlich ist. Diese beinhaltet bestimmte Untersuchungen beim Frauenarzt und apparative Untersuchungen. Ein entsprechendes Nachsorgeschema nach aktuellen Leitlinien liegt dem behandelnden Arzt vor.

Sollten keine erneuten Beschwerden auftreten, werden die Abstände zwischen den Untersuchungen verlängert.

Nachsorgeuntersuchungen:

  • In den ersten drei Jahren nach Beginn der Erkrankung alle drei Monate Vorstellung beim Frauenarzt (allgemeine Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen, Krebsabstrich einmal im Jahr, Mammographie einmal im Jahr).
  • Im 4. und 5. Jahr nach Beginn der Erkrankung alle sechs Monate Vorstellung beim Frauenarzt (allgemeine Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen, Krebsabstrich einmal im Jahr, Mammographie einmal im Jahr).
  • Im 6. Jahr nach Beginn der Erkrankung einmal im Jahr Vorstellung beim Frauenarzt  (allgemeine Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen, Krebsabstrich einmal im Jahr, Mammographie einmal im Jahr)

Bösartige Tumoren der Gebärmutter sind die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Genitalorgane. Unterschieden wird zwischen der Krebserkrankung des Gebärmutterhalses und der Krebserkrankung des Gebärmutterkörpers. Die beiden Tumorarten gehen jeweils von einem anderen Gewebe aus und unterscheiden sich hinsichtlich Früherkennung, Krankheitszeichen, Vorsorge, Diagnose und Behandlung.

Bösartige Tumoren des Gebärmutterhalses, auch Zervixkarzinome genannt, entwickeln sich zumeist aus der Plattenepithelhaut im Bereich des äußeren Muttermunds. Bevorzugt entstehen sie im Übergangsbereich (Transformationszone) von Gebärmutterschleimhaut und Plattenepithelhaut der Scheide. In seltenen Fällen entsteht Gebärmutterhalskrebs aber auch aus Schleimhautzellen des Muttermunds. Man spricht dann von einem Adenokarzinom. Die Entartung des Gewebes ist ein Prozess, der sich über Jahre hinzieht und häufig durch bestimmte Arten von Viren ausgelöst wird. Da der Muttermund für eine Untersuchung gut zugänglich ist, können Zellveränderungen und Krebsvorstufen bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.


Therapie

Operation
Therapie der Wahl bei früheren Krankheitsstadien ist die Operation. Ihr Ziel ist es, das Tumorgewebe sowie die von Tumorzellen befallenen Lymphknoten vollständig zu entfernen und damit die Krankheit zu heilen. Auch kann durch die Operation die Ausbreitung des Tumors genau festgestellt werden. Der Umfang der Operation richtet sich nach dem Stadium der Krebserkrankung.

Im Anschluss an die Operation wird selten (bei bestimmten Risikofaktoren oder starkem Tumorbefall) zusätzlich eine Strahlentherapie, ggf. in Kombination mit Chemotherapie, durchgeführt (adjuvante Radiochemotherapie), um eventuell im Körper verbliebene Tumorzellen zu vernichten und somit das Risiko eines Krankheitsrückfalls zu senken.

Strahlentherapie
Als Alternative zur Operation, insbesondere bei weit fortgeschrittener Erkrankung, wird eine Strahlentherapie durchgeführt. Untersuchungen haben ergeben, dass in diesen Fällen durch die alleinige Strahlentherapie (in Ausnahmefällen) bzw. eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie (Standard) die gleichen Langzeiterfolge erreicht werden wie durch eine Operation. Bei einigen Patientinnen wird die Strahlentherapie als zusätzliche Maßnahme nach der Operation durchgeführt (adjuvante Strahlentherapie), um das Risiko eines Krankheitsrückfalls (Rezidiv) zu senken.

Ziel der Strahlentherapie ist es, die bösartigen Zellen vollständig zu vernichten. Um dies zu erreichen, erfolgt die Bestrahlung fast immer kombiniert von innen und von außen:

Bei der so genannten Kurzdistanzbestrahlung (Brachytherapie) wird eine Strahlenquelle in die Gebärmutterhöhle oder in die Scheide eingebracht und dort belassen, bis die gewünschte Strahlendosis erreicht ist. Die Bestrahlung bleibt dadurch örtlich begrenzt, so dass Nachbarorgane geschont werden. Ergänzend dazu können der gesamte Beckenraum und evtl. auch die Lymphknoten an der Wirbelsäule von außen durch die Haut bestrahlt werden (externe oder perkutane Bestrahlung).

Fast immer wird ergänzend zur Strahlentherapie eine Chemotherapie durchgeführt. Durch die Kombination dieser beiden Behandlungsmethoden (Radio-Chemotherapie) lassen sich die Heilungsaussichten verbessern. Die zur Chemotherapie eingesetzten Medikamente erhöhen die Empfindlichkeit der Tumorzellen gegenüber der Bestrahlung. Darüber hinaus kann die Chemotherapie auch eventuell bereits im Körper verstreute Krebszellen erfassen.

Chemotherapie
Mit der Chemotherapie wird versucht, Krebszellen im ganzen Körper durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten. Zytostatika wirken sehr gut gegen rasch wachsende Zellen, eine Eigenschaft, die in besonderem Maße auf Krebszellen zutrifft.

Aufgrund der besonderen Eigenschaften des Gebärmutterhalskrebses kommt die Chemotherapie bei dieser Krebsart nicht als „adjuvante“ Zusatztherapie zur Operation in Frage. Die Chemotherapie wird vor allem zur Behandlung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) und zur Linderung von Beschwerden in fortgeschrittenen Krankheitsstadien eingesetzt (palliative Behandlung). Untersuchungen haben gezeigt, dass die besten Erfolge durch eine platinhaltige Kombinationstherapie (Gabe mehrerer Substanzen) erreicht werden können. Hier kommen z.B. die Kombination von Cisplatin (Platinderivat) und Topotecan (Topoisomeraseinhibitor) oder Cisplatin und Paclitaxel (Taxan) zur Anwendung. Weitere Kombinationen und zielgerichtete Therapien (Antikörper) sind aktuell in der klinischen Erprobung. Auch sollen platinfreie Therapien für Patientinnen entwickelt werden, die bereits mit einem solchen Präparat vorbehandelt wurden.

Ein weiteres Einsatzgebiet der Chemotherapie ist die Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie (Radio-Chemotherapie) zur Primärtherapie nicht operabler Erkrankungen. Dies führt zu deutlich besseren Behandlungsergebnissen und damit zu einer Verbesserung der Heilungsaussichten gegenüber der alleinigen Strahlentherapie.

Neuerdings gibt es auch Ansätze zu „neoadjuvanten“ Chemotherapien zur Verkleinerung des Tumors vor einer geplanten Operation. Inwieweit diese Therapieoption in die klinische Routine finden wird, ist aktuell noch unklar.


Nachsorge

Nach Abschluss der Therapie sollten Patientinnen beachten, dass eine engmaschige Nachsorge erforderlich ist. Diese beinhaltet bestimmte Untersuchungen beim Frauenarzt und apparative Untersuchungen. Ein entsprechendes Nachsorgeschema nach aktuellen Leitlinien liegt dem behandelnden Arzt vor.

Sollten keine erneuten Beschwerden auftreten, werden die Abstände zwischen den Untersuchungen verlängert.

Nachsorgeuntersuchungen:

  • In den ersten drei Jahren nach Beginn der Erkrankung alle drei Monate Vorstellung beim Frauenarzt (allgemeine Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen, Krebsabstrich einmal im Jahr, Mammographie einmal im Jahr).
  • Im 4. und 5. Jahr nach Beginn der Erkrankung alle 6 Monate Vorstellung beim Frauenarzt (allgemeine Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen, Krebsabstrich einmal im Jahr, Mammographie einmal im Jahr).
  • Im 6. Jahr nach Beginn der Erkrankung einmal im Jahr Vorstellungbeim Frauenarzt (allgemeine Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen, Krebsabstrich einmal im Jahr, Mammographie einmal im Jahr)

Bösartige Tumoren der Gebärmutter sind die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Genitalorgane. Unterschieden wird zwischen der Krebserkrankung des Gebärmutterhalses und der Krebserkrankung des Gebärmutterkörpers. Die beiden Tumorarten gehen jeweils von einem anderen Gewebetyp aus und unterscheiden sich hinsichtlich der Früherkennung, der Krankheitszeichen, der Diagnose und der Behandlung.

Bösartige Tumoren des Gebärmutterkörpers (Korpuskarzinom, von lateinisch „corpus“: Körper) haben ihren Ursprung fast immer in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die das Organ im Inneren auskleidet. Aus diesem Grund wird Krebs des Gebärmutterkörpers auch als Gebärmutterschleimhautkrebs oder fachsprachig Endometriumkarzinom bezeichnet.


Therapie

Nachdem die Diagnose Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom) feststeht und das ungefähre Ausmaß der Krebsausbreitung bestimmt worden ist, wird die Therapie in der Regel im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz geplant. Darauf folgend stimmt Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt mit Ihnen ab, welche Behandlungsschritte durchgeführt werden.

Mögliche Behandlungsmethoden:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie
  • Hormontherapie

Welche Therapie in Ihrem Fall durchgeführt wird, hängt insbesondere von Art, Sitz und Größe des Tumors ab, an dem Sie erkrankt sind. Aber auch Ihr Alter und der allgemeine Gesundheitszustand werden bei der Wahl der Behandlungsmethode berücksichtigt.

Das wichtigste und entscheidende Verfahren zur Behandlung von Gebärmutterkörperkrebs ist die Operation. Sie hat das Ziel, das von Krebs befallene Gewebe vollständig zu entfernen und damit die Krankheit zu heilen. Die Strahlentherapie kommt insbesondere dann in Frage, wenn ein operativer Eingriff aus gesundheitlichen Gründen nicht durchgeführt werden kann oder nicht erwünscht ist. Eine Strahlentherapie erfolgt in bestimmten Fällen auch im Anschluss an eine Operation (adjuvante Strahlentherapie), um das Risiko eines lokalen Krankheitsrückfalls zu senken.

Ist der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits weit fortgeschritten und durch eine Operation und/oder Strahlentherapie allein nicht mehr zu heilen, so werden Behandlungsformen eingesetzt, die im ganzen Körper wirksam sind: Die Hormontherapie oder die Chemotherapie. Ziel ist es, die Tumorausbreitung zum Stillstand zu bringen und tumorbedingte Beschwerden zu lindern. Zunehmend wird heute die Chemotherapie aber auch in der heilbaren Situation als Alternative oder zusätzlich zur Strahlentherapie im Anschluss an eine Operation durchgeführt.

Die Entscheidung über die adäquate Therapie erfolgt interdisziplinär, d.h. zusammen mit der Frauenheilkunde, der Strahlentherapie, der Anästhesiologie, der Pathologie und ggf. der Radiologie. Dies schließt eine Diskussion über die Kurz- und Langzeitfolgen der verschiedenen Therapieoptionen mit ein.

Wichtig ist, dass Sie mit Ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten ausführlich über den Befund und die Heilungschancen (Prognose) Ihrer Erkrankung sprechen. Lassen Sie sich die verschiedenen Therapiemöglichkeiten genau erläutern, die für Sie in Frage kommen und informieren Sie sich auch über die Auswirkungen der einzelnen Therapieformen auf Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden. Frauen im gebärfähigen Alter, die sich noch Kinder wünschen, sollten aufgrund der möglichen Spätfolgen der verschiedenen Behandlungsstrategien auf jeden Fall vor Beginn der Behandlung mit ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt über diese Problematik sprechen.


Nachsorge

Nach Abschluss der Therapie sollten Patientinnen beachten, dass eine engmaschige Nachsorge erforderlich ist. Diese beinhaltet bestimmte Untersuchungen beim Frauenarzt und apparative Untersuchungen. Ein entsprechendes Nachsorgeschema nach aktuellen Leitlinien liegtdem behandelnden Arzt vor.

Sollten keine erneuten Beschwerden auftreten, werden die Abstände zwischen den Untersuchungen verlängert.

Nachsorgeuntersuchungen:

  • In den ersten drei Jahren nach Beginn der Erkrankung alle drei Monate Vorstellung beim Frauenarzt (allgemeine Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen, Krebsabstrich einmal im Jahr, Mammographie einmal im Jahr).
  • Im 4. und 5. Jahr nach Beginn der Erkrankung alle sechs Monate Vorstellung beim Frauenarzt (allgemeine Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen, Krebsabstrich einmal im Jahr, Mammographie einmal im Jahr).
  • Im 6. Jahr nach Beginn der Erkrankung einmal im Jahr Vorstellung beim Frauenarzt (allgemeine Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen, Krebsabstrich einmal im Jahr, Mammographie einmal im Jahr)

Der Vulvakrebs (Vulva = weibliche Scham) ist eine seltene bösartige Tumorerkrankung der äußeren Geschlechtsorgane der Frau. Hinter dem Begriff können sich verschiedene Krebsarten verbergen, die von unterschiedlichen Zellen der Genitalregion ausgehen. Betroffen sind meist die großen Schamlippen, seltener auch die kleinen Schamlippen oder die Klitorisregion.

Über 90 Prozent der Vulvatumoren sind Karzinome aus der obersten Hautschicht (Plattenepithelkarzinom). Die restlichen 10 Prozent schließen bösartige Melanome, Basalzellkarzinomen, Adenokarzinomen, Sarkomen und Karzinomen der Bartholin Drüsen ein. Infektionen mit Herpes genitales und Syphilis gelten als Risikofaktoren für die Krebsentstehung. Vor allem aber die chronische Infektion mit dem Humanen Papilloma-Virus (HPV) ist das Hauptagents für die Entstehung von Krebsvorstufen der Vulva (VIN) und von Vulvakrebs auch bei Frauen unter dem 40. Lebensjahr.

Man kann zwei Arten von Plattenepithelkarzinomen unterscheiden: Diejenigen, bei denen HPV nachweisbar ist, die eher bei jüngeren Frauen vorkommen und zusätzlich mit Zervix- und Anuskarzinomen assoziiert sein können und die Karzinome, mit fehlendem HPV-Nachweis und eher bei älteren Frauen auftreten. Der Verdacht stellt sich bei sichtbaren Hautveränderungen. Eine Gewebeprobenentnahme mit anschließender mikroskopischer Untersuchung führt zur Diagnose.

Die Diagnose ist häufig ein Zufallsbefund bei der frauenärztlichen Untersuchung. Manchmal kommen Patientinnen allerdings auch wegen der beschriebenen Symptome in die Praxis. Bei Verdacht auf Vulvakrebs wird der gesamte Genitalbereich inspiziert und abgetastet. Es kann auch eine Lupenvergrößerungsuntersuchung (Kolposkopie) die Diagnostik gezielter machen.

Von verdächtigen Arealen wird eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und mikroskopisch untersucht. Ist die Diagnose gesichert und der Tumor nicht mehr auf die Vulva beschränkt, können weiterführende bildgebende Verfahren bei der Frage, ob sich der Tumor schon auf umliegendes Gewebe oder andere Organe ausgebreitet hat, weiterhelfen. Hierbei sind z.B. eine Spiegelung der Harnwege (Urethrozystoskopie) und des Enddarms (Rektoskopie) hilfreich. Auch Ultraschalluntersuchungen von Scheide, Leistengegend und Beckenorganen sind sinnvoll. Als Ausnahme können Untersuchungen wie Röntgen, CT (Computertomographie) und MRT-Untersuchungen (Magnet-Resonanz-Tomographie) zeigen, ob andere Organe des Körpers befallen sind.


Therapie

Operation
In der Regel wird die operative Entfernung des Tumors durchgeführt. Dabei hängt das Ausmaß der Gewebeentfernung vom Krankheitsstadium ab. Bei kleineren Tumoren genügt es, den Herd mit einem Sicherheitsabstand von in der Regel zehn Millimetern  zu entnehmen. Bei größeren Tumoren hingegen muss häufig die gesamte Vulva entfernt werden. Eine Lymphknotenentfernung wird abhängig von der Tumorlokalisation immer bei klinisch sichtbaren Tumoren (Infiltration von mehr als 1mm) und auch bei Verdacht auf Lymphknotenbeteiligungen die Lymphknoten der Leisten- und gegebenenfalls auch der Beckengegend entfernt.

Die ausschließliche Entfernung des Wächterlymphknotens ist nur unter bestimmten Voraussetzungen (Tumor auf die Vulva beschränkt, klinisch kein Hinweis für Lymphknotenbeteiligung und strenge Qualitätskontrolle an die Pathologie) möglich, um eine ausreichende Sicherheit zu bieten.

Strahlentherapie
In Ausnahmefällen ist die Strahlentherapie als Ergänzung zur Operation oder als alleinige Therapie in Kombination mit der Chemotherapie zu empfehlen. Die Wirkung der Strahlentherapie beruht darauf, dass sie Krebszellen vernichtet. Sie erfolgt von außen durch die Haut. Problematisch ist die unmittelbare Nähe zum Enddarm oder anderen Organen. Diese können durch zu hohe Strahlendosen geschädigt werden. Trotz sorgfältiger Therapieplanung und -durchführung muss man während der Strahlenbehandlung mit unerwünschten Begleiterscheinungen rechnen. Diese können entweder unmittelbar während der Therapie auftreten (z.B. Durchfall, Übelkeit, Blutabgang über den Enddarm) oder sich erst Wochen oder Monate nach der Behandlung bemerkbar machen.

Chemotherapie
Eine Chemotherapie hat sich bisher als wenig wirksam erwiesen und wird nur bei Tochtergeschwülsten eingesetzt. Sie zielt darauf ab, Krebszellen im ganzen Körper durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten. Zytostatika wirken sehr gut gegen rasch wachsende Zellen, eine Eigenschaft, die im besonderen Maße auf Krebszellen zutrifft.


Krankheitsverlauf

Der Vulvakrebs neigt dazu, invasiv, d.h. durch Schleimhäute und in angrenzende Gewebe und Organe zu wachsen. Hierbei sind vor allem der Damm (das Gewebe zwischen den großen Schamlippen und dem After), die Harnröhre, die Scheide, der After und der Enddarm betroffen.

Wird das Vulvakarzinom nicht behandelt, kommt es vor allem durch den Lymphweg zu einer Streuung (Metastasenbildung) in den Körper. Dabei sind zuerst die Lymphknoten der Leisten- und Beckengegend befallen, erst später andere Organe wie die Leber oder die Nieren.


Nachsorge

Nach Abschluss der Therapie sollten Patientinnen beachten, dass eine engmaschige Nachsorge erforderlich ist. Diese beinhaltet bestimmte Untersuchungen beim Frauenarzt und ggf. auch apparative Untersuchungen. Ein entsprechendes Nachsorgeschema nach aktuellen Leitlinien liegt Ihrem behandelnden Arzt vor.

Sollten keine erneuten Beschwerden auftreten, werden die Abstände zwischen den Untersuchungen verlängert.

Nachsorgeuntersuchungen:

  • In den ersten drei Jahren nach Beginn der Erkrankung alle drei Monate Vorstellung beim Frauenarzt (allgemeine Untersuchung, Krebsabstrich einmal im Jahr)
  • Im 4. und 5. Jahr nach Beginn der Erkrankung alle sechs Monate Vorstellung beim Frauenarzt (allgemeine Erkrankung, Krebsabstrich einmal im Jahr)
  • Im 6. Jahr nach Beginn der Erkrankung einmal pro Jahr Vorstellung beim Frauenarzt (allgemeine Erkrankung, Krebsabstrich einmal im Jahr)

Das Gynäkologische Krebszentrum des Carl-Thiem-Klinikum kooperiert mit dem Gynäkologischen Tumorzentrum der Charité Berlin am Campus Virchow-Klinikum. So profitieren unsere Patientinnen auch von den Erfahrungen und Studienergebnissen der dortigen Mediziner.

In Online-Tumorkonferenzen beraten die Fachärzte über die beste Therapie für die Patientinnen des Carl-Thiem-Klinikums.

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Das CTK ist bestrebt, ständig die Qualität der medizinischen Behandlung, die Patientenfreundlichkeit und den Service zu verbessern. Unsere Zertifikate und Qualitätssiegel sind für uns die Anerkennung unserer bisherigen Bemühungen.