RIS/PACS liefert mehr und genauere Daten – ganz ohne Röntgenfilm

Cottbus, 22. August 2005. Das Carl-Thiem-Klinikum, größte stationäre Einrichtung in Brandenburg, ist auf dem Weg zum digitalen Krankenhaus: Mit der Übergabe eines Radiologischen Informationssystems am heutigen Montag an die Anwender des Klinikums werden neue Wege in der radiologischen Diagnostik eingeschlagen.
In rekordverdächtiger Zeit von rund einem Vierteljahr wurde das Projekt in Zusammenarbeit von EDV-Experten, Radiologen, Systementwicklern und Herstellern realisiert.

Dazu Doz. Dr. med. Claus-Peter Muth, Chefarzt des Instituts für Radiologie am CTK und entscheidender Initiator des Projekts: „Für die Arbeit der Radiologen, aber in weiterer Konsequenz auch für die Kliniker bringt die computergestützte, digitalisierte Befundung und Archivierung entscheidende Veränderungen mit sich. Der klassische Röntgenfilm hat ausgedient. Daten aus Untersuchungen können schnellstmöglich transportiert werden, die Fehlerquoten durch Transport, Fehlbelichtungen usw. entfallen. Für den Radiologen ergeben sich neue Betrachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Ebenen der Aufnahme in höchster Auflösungsqualität.“

Auch die Falldiskussion der Kliniker am Röntgenbild gehört damit der Vergangenheit an. Großflächige Bildschirme in den Demonstrationsräumen ermöglichen die exakte Begutachtung der Aufnahmen – beispielsweise einer Mammografie.
Neue Möglichkeiten bietet das RIS/PACS (Radiologisches Informationssystem/Picture-, Archiving- and Communication-System) auch für die Planung von diagnostischen Untersuchungen, von Operationen und für die interdisziplinäre Verzahnung.

„Solche Systeme bringen nicht nur Fortschritte in der Exaktheit der Befundung, sondern helfen Kosten zu sparen, weil Mehrfachuntersuchungen unnötig werden“, betont Dr. Muth. Nicht zuletzt wird dadurch die Strahlenbelastung für die Patienten vermindert.

Bernhard Kaufmann, Leiter der Abteilung Medizinische Informatik und Dokumentation und für die technische Umsetzung des Projekts verantwortlich, hebt hervor, dass der Prozess des Sich-Einstellens auf die neue Technik bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spürbar begonnen habe. „Die neue Art Daten zu generieren und mit ihnen zu arbeiten, ist eine enorme Veränderung, bei der wir mit jedem Tag Neues dazulernen. In einer solchen Technik steckt mehr als auf den ersten Blick sichtbar. Die Anwendungsbereiche werden immer weiter gesteckt werden – eine enorme Herausforderung an das gesamte Klinikum.“

Mit dem Unternehmen GE Healthcare, Darmstadt, hat das CTK einen Partner gefunden, der den Anwendungsbedarf und die konkreten Bedingungen im Klinikum gut erkannt und umgesetzt hat. Das CTK wird in nächster Zeit als Referenzzentrum für die RIS/PACS-Anwendung zur Verfügung stehen.

Das Gesamtprojekt stellt eine finanzielle Investition von 2,2 Millionen Euro dar.

Weitere Informationen:
Doz. Dr. med. Claus-Peter Muth, Chefarzt Institut für Radiologie des CTK
Tel. 0355 46 25 30

Bernhard Kaufmann, Leiter MID, 0355 46 24 49