Palliativstation im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:
Gegen den Schmerz, Lebensqualität bis zuletzt

Zimmer der Palliativstation
Foto: Ramisch, ctk
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Zimmer der Palliativstation
Foto: Ramisch, ctk
Eine Palliativstation mit zunächst sechs Betten ist am Freitag im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus eröffnet worden. Damit wurde die Möglichkeit geschaffen, Patienten mit unheilbaren Erkrankungen zu betreuen. Schmerzlinderung und der Erhalt von Lebensqualität stehen dabei im Mittelpunkt.
In einer Feierstunde wurde die Station, zu der vier Einzel- und ein Zwei-Bett-Zimmer gehören, ihrer Bestimmung übergeben.
Für die Mitarbeiter, so Dr. med. Günter Haring,Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, sei damit ein neuer und anspruchsvoller Schritt getan. Hier stünden nicht hochmoderne Medizintechnik und Therapieverfahren im Mittelpunkt, sondern in erster Linie Zuwendung und Zuspruch in einem schwierigen Abschnitt menschlichen Lebens.

Die Palliativstation ist eigenständige Abteilung an die Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, die ärztliche Betreuung erfolgt durch eine Abteilungsärztin und einen Stationsarzt. Dr. med. Sabine Stöbe ist Fachärztin für Anästhesie mit einer Zusatzqualifikation Schmerztherapie und Palliativmedizin, Dr. med. Gunnar Dorbath ist Facharzt für Anästhesiologie.

Von den acht Pflegekräften der Station haben 30 Prozent eine Palliativ-Care-Ausbildung absolviert, weitere Mitarbeiterinnen befinden sich in der Qualifikation. Physio- und psychotherapeutische Betreuung sind ebenso möglich wie der Kontakt mit einer Sozialarbeiterin oder mit den Seelsorgern. Angehörige haben jederzeit die Möglichkeit, ihre Patienten zu besuchen und bei ihnen zu bleiben. Es gibt einen Gemeinschaftsraum, der auch als Rückzugsmöglichkeit genutzt werden kann.

Palliativstationen gibt es in Deutschland seit Anfang der 80-er Jahre. Sie sind nicht zuletzt Ausdruck der strikten Absage von Ärztinnen und Ärzten an die aktive Sterbehilfe. Mit einer immer älter werdenden Bevölkerung wächst die Notwendigkeit, mehr solcher Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Mit der Entscheidung des Carl-Thiem-Klinikums für die Palliativstation ist Brandenburg im deutschen Mittelfeld, was die palliativmedizinische Versorgung betrifft. Insgesamt gibt es in Deutschland gegenwärtig 114 solcher Stationen.