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Geschichte der Orthopädischen Klinik

Die Geschichte der Orthopädie beginnt im Jahre 1928. Sie ist verbunden mit dem Namen Dr. Steinhäuser.

Nach abgeschlossener Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie in Breslau ließ er sich als praktisch tätiger Orthopäde in Cottbus nieder.
1938 richtete er eine orthopädische Werkstatt ein und im gleichen Jahr begann er mit kleinen orthopädischen Operationen. Die Patienten wurden in Belegbetten untergebracht. Am 04.06.1950 konnte Dr. Steinhäuser die erste Orthopädische Klinik in Cottbus eröffnen. Die Klinik lag im Zentrum der Stadt, war anfänglich in einem Privathaus untergebracht und wurde 1959 durch Einbeziehung von 3 Nachbarhäusern, die damals teilweise noch mit Ofenheizung ausgestattet waren, auf 160 Betten vergrößert.
Die Orthopädie war zum damaligen Zeitpunkt noch vorwiegend konservativ orientiert, die jährlichen Operationszahlen betrugen ca. 200.

1969 schied Dr. Steinhäuser aus Altersgründen als Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik aus. Unter seiner Leitung arbeiteten zu dem damaligen Zeitpunkt 5 ärztliche Kollegen.
Ein Jahr später wurde eine Orthopädische Poliklinik mit 3 Arbeitsplätzen eingerichtet. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgte die Reduzierung der Bettenzahl auf 105, weiterhin verteilt auf 3 Häuser.

Im April 1971 übernahm Prof. Dr. med. habil. H. Röhlig die Leitung der Orthopädischen Klinik. Mit diesem Datum ist auch eine gewisse Umstrukturierung der Klinik von einer bis dahin vorwiegend konservativ zu einer mehr und mehr operativ orientierten Einrichtung verbunden.
Die Klinik konnte in sehr kurzer Zeit mit modernen, dem aktuellen Stand der Operationstechnik entsprechenden Instrumentarien ausgestattet werden. Trotzdem war es kaum möglich, in den alten Gebäuden eine leistungsfähige moderne Orthopädische Klinik aufzubauen. 1972 gelang schließlich der etappenweise Umzug in die 10 km vom Stadtzentrum entfernt gelegene ehemalige Lungenheilstätte in Kolkwitz. Damit waren die Leistungsfähigkeit der Klinik und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter entscheidend zu verbessern. Die Klinik verfügte damals über 102 Betten, einen Operationstrakt, eine Röntgenabteilung, ein Zentrallabor sowie Physio- und Ergotherapeutischer Abteilung sowie über eine orthopädietechnische Werkstatt.

1983 erfolgte die räumliche und funktionelle Umgestaltung des Operationstraktes. Seit dieser Zeit standen der Orthopädischen Klinik 2 große Operationssäle sowie ein Gipsraum, der gleichzeitig als septischer OP-Saal genutzt wurde, zur Verfügung.

Am 30.09.1993 wurde Prof. Dr. Röhlig nach Erreichen der Altersgrenze feierlich aus der Klinik verabschiedet und sein langjähriger Oberarzt Dr. med. Klaus Tischer am 01.10.1993 mit der Leitung der Klinik beauftragt. In die Zeit seiner Tätigkeit fiel neben der administrativen Anpassung an des bundesdeutsche Gesundheitssystem eine ganze Reihe von Neuerungen, insbesondere auf operativem Gebiet. Das Spektrum der zur Verfügung stehenden Implantate, insbesondere im Bereich der Hüft- und Knieendoprothetik, hatte sich deutlich erweitert, innovative Verfahren auf dem Gebiet der Knorpelchirurgie wurden eingeführt.

Am 01.01.2003 übernahm Dr. Roland Linke, vormals Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie, als Chefarzt die Führung der Klinik. Unter seiner Leitung wurde das Operationsspektrum der Klinik weiterhin kontinuierlich entwickelt, so sind gegenwärtig Gelenkersatzoperationen mit Endoprothesen nicht nur am Hüft- und Kniegelenk, sondern auch an Schulter-, Ellenbogen-, Handgelenken und dem Sprunggelenk sowie der Finger- und Zehengelenke möglich.

Das Spektrum der arthroskopischen Operationen wurde erweitert. Unter seiner Leitung wurde auch die Wirbelsäulenchirurgie, insbesondere die minimalinvasive Technik bei Bandscheibenoperationen und die Vertebro- und Kyphoplastie , weiter entwickelt. Die Klinik konnte sich in den letzten Jahren auch zum Rheumazentrum, zur Fortbildungsklinik für Spezielle Schmerztherapie und als Osteologisches Zentrum profilieren.

Seit 01.01.2006 befindet sich die neue Klinik für Orthopädie im modernen Bettenhaus des Carl-Thiem-Klinikums am Standort Cottbus.

Die Zahl der jährlichen Operationen beträgt zur Zeit ca. 2000.

Dr. Linke besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung für das Gebiet Orthopädie sowie 2 Jahre für den Schwerpunkt Rheumatologie.In der Klinik sind zur Zeit 12 Ärzte, davon 4 Oberärzte, 1 Facharzt für Orthopädie sowie 6 Weiterbildungsassistenten in Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie tätig.In der Klinik für Orthopädie wurden in den letzten 30 Jahren mehr als 40 Kolleginnen und Kollegen zum Facharzt für Orthopädie ausgebildet, gleichzeitig 44 Doktoranden betreut. Umfangreich ist die wissenschaftliche Aktivität, die ihren Ausdruck findet in nahezu 100 wissenschaftlichen Veröffentlichungen über klinische Behandlungsergebnisse sowie in mehr als 400 Vorträgen auf nationalen und internationalen Kongressen und Fortbildungsveranstaltungen.
Zuletzt bearbeitet 09.03.2010 18:23 Uhr
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