Unsere CTK-Betriebsärztin Oberärztin Dr. med. Eva Erler vertritt das Klinikum im regionalen Netzwerk „Familienfreundliches Unternehmen“. Wir sprachen mit ihr.
Kürzlich wurde das CTK zum „Familienfreundlichen Unternehmen“ ernannt. Man hat den Eindruck, viele im Haus wissen das gar nicht...
Dr. Erler: Dabei gibt es genügend konkrete Beispiele, die belegen, dass wir auf einem guten Weg sind. In vielen Bereichen treffen MitarbeiterInnen mit ihren Teams und ihrer Leitung gemeinsam Regelungen, um Familie und Beruf gut unter einen Hut zu bekommen.
In einem Unternehmen mit vorwiegend weiblichen Beschäftigten ist diese Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicher eine große Herausforderung.
Dr. Erler: In der Tat. Im Klinikum sind fast 1 800 Frauen beschäftigt, viele von ihnen haben Kinder, es gibt Alleinerziehende, die mitunter besondere Hilfe brauchen, die älteren stehen nicht selten vor der Aufgabe, ihre Eltern in höheren Lebensaltern betreuen zu müssen. Dazu kommt das Drei-Schicht-System vor allem in der Pflege, aber auch die von vornherein nicht sehr familienorientierten Arbeitszeiten der Ärztinnen und Ärzte. Da sind Kreativität und Wille gefragt, um akzeptable Lösungen zu finden. Solche Lösungen müssen dann – bei entsprechenden Rahmenbedingungen - immer vor Ort gefunden werden, also in den Teams, auf den Stationen.
Die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens hat aber noch mehr Facetten als diese zur Zeit oft nachgefragten...
Dr. Erler: Das sehe ich auch so. Ganz selbstverständlich ist es für uns, dass wir eine Kita haben, die an Wochentagen 14 Stunden geöffnet ist, die Plätze werden für die Wiedereinsteigerinnen nach der Babypause reserviert. Wer mehr Zeit für pflegebedürftige Angehörige braucht, erhält eine Freistellung, bei Bedarf Beratung z. B. zur Einstufung in eine Pflegestufe durch die Sozialarbeiterinnen des Hauses. Es gibt es arbeitsmedizinische Vorsorge, Reha-Sport-Möglichkeiten, Schutzimpfungen, Raucherentwöhnung, Reiseimpfungen auch für Angehörige... Man könnte diese Aufzählung beliebig fortsetzen. Vieles ist für die MitarbeiterInnen unseres Hauses längst selbstverständlich, für andere Unternehmen, auch in unserer Stadt, ist das aber durchaus nicht so.
Den verschiedene Lebenssituationen, dem verständlichen Bedürfnis der Mitarbeiter Rechnung zu tragen, Familie und Beruf zu vereinbaren, ist eine wichtige Aufgabe für Unternehmen. Denn Arbeit soll Freude machen, dann wird sie auch gut gemacht! Dabei sollte niemand vergessen: Möglich ist nur, was auch machbar ist. Ich glaube, jeder versteht, dass im Vordergrund unsere Hauptaufgabe steht, unsere Patienten gut zu versorgen.
Familienfreundlich? Das CTK kann sich sehen lassen
Aus: Wir im Thiem, 1/2009
Zuletzt bearbeitet 29.04.2009 12:33 Uhr