Cottbus, 24. Oktober 2005. Zu den zwei Brandenburger Klinika, deren geburtshilfliche Abteilungen den Status eines Perinatalzentrums Level 1 erhalten, gehört, neben der des Ernst-von-Bergmann-Klinikums Potsdam, das Perinatalzentrum der Frauenklinik des Carl-Thiem-Klinikums in Cottbus.
Diese Festlegung ist Folge der Realisierung eines Stufenkonzeptes zur Verbesserung der Qualität der Versorgung von Neu- und Frühgeborenen vor, das laut Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses am 1. Januar 2006 in Kraft tritt (§ 91, Abs. 7, SGBV).
„Die ersten Minuten im Leben eines neugeborenen Kindes und speziell eines Frühgeborenen“, betont Prof. Dr. Hans-Harald Riedel, Chefarzt der Frauenklinik, „sind oft entscheidend für das gesamte weitere Leben. Defizite in der Erstversorgung von Frühgeborenen sind zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr gutzumachen.“ Deshalb bestehen in den Perinatalzentren Level 1 Strukturen, die sowohl die räumliche Unterbringung von Frühgeborenen als auch die personelle fachlich-kompetente Betreuung der Schwangeren, der Kreißenden und der Frühgeborenen umfassend zu leisten vermögen. Das Konzept legt eindeutig fest, dass sowohl im Kreißsaal wie auch auf der Frühgeborenenstation ein ausschließlich dafür zuständigen ärztlicher Schichtdienst einzurichten ist. Bei Gefahrensituationen ist damit eine sofortige ärztliche Hilfe gewährleistet. Verläuft die Geburt normal, bleibt die Hebamme die wichtigste Begleitperson für die Schwangere. Ihre Kompetenzen und Möglichkeiten werden durch diesen zusätzlichen ärztlichen Geburtsbeistand in keiner Weise eingeschränkt.
Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zum Stufenprogramm war erforderlich geworden, weil eine bundesweite Studie zur Betreuungssituation von Schwangeren und Frühgeborenen eindeutige Defizite nachgewiesen hatte. So seien auf Grund nicht ausreichender oder falscher Informationen bestehende Einrichtungen von guter Qualität nicht adäquat genutzt worden. Damit kam es in einzelnen Regionen zur Erhöhung der Mütter- und Säuglingssterblichkeit.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. med. Hans-Harald Riedel, Chefarzt der Frauenklinik, Tel. 0355 46 22 34
Dr. med. Günter Schulze, Leitender Oberarzt, Tel. 0355 46 27 86
CTK-Perinatalzentrum auf höchstem Level:
Mehr Sicherheit für Mütter und Babys
Pressemitteilung
| 24.10.2005